Birmenstorf

Im ungeraden Jahr gedeihen bessere Weine

Der Vorstand der Weinbaugenossenschaft (von links): Claude Venturini, Thomas Slavicek, Ernst Tschümmy, Felix Zehnder (Präsident), Meinrad Würsch, Pia Zehnder und Marcel Biland (Kellermeister). Dieter Minder

Der Vorstand der Weinbaugenossenschaft (von links): Claude Venturini, Thomas Slavicek, Ernst Tschümmy, Felix Zehnder (Präsident), Meinrad Würsch, Pia Zehnder und Marcel Biland (Kellermeister). Dieter Minder

«Ich kann nur loben, ich gerate richtig ins Schwärmen wenn ich von unsrem Wein rede», sagt Kellermeister Marcel Biland ganz euphorisch. Seit rund 40 Jahren betreut er die Weine der Weinbaugenossenschaft Birmenstorf.

«Noch nie hatten wir so schöne Weine», so Marcel Biland. Mit 103 Grad Öchsle und einem Alkoholgehalt von über 14,5 Volumenprozent wurden an den Rebbergen und im Keller von Birmenstorf Spitzenweine produziert. Biland weist auf eine wichtige Voraussetzung für einen guten Wein hin: «Es war eine Pracht, was die Weinbauern im vergangenen Herbst abgeliefert haben.» Zwar waren es rund 20 Prozent weniger als im Jahr zuvor, aber immer noch beeindruckende Mengen, nämlich 55 Tonnen rote und 14 Tonnen weise Trauben.

Wespen-Angriff bei der Ernte

Felix Zehnder, Präsident der Weinbaugenossenschaft Birmenstorf, bestätigt die Ausführungen von Biland: «2011 wird ein sehr guter Jahrgang.» Damit wird eine seit längerem beobachtete Feststellung bestätigt: «Der Wein aus den ungeraden Jahren ist besser als derjenige aus den geraden Jahren.» Eine weitere Begründung dazu haben die Birmenstorfer noch nicht. Dabei waren die Voraussetzungen 2011 nicht nur optimal. Zwar hatten die Reben wegen der warmen Witterung bereits um den 11. Mai zu blühen begonnen. Doch am 7. Juli zerstörte ein Hagelzug rund 30 Prozent der heranwachsenden Trauben. Während der Erntezeit setzten Wespen den Beeren zu. «Von Wespen angefressene Beeren schmecken wie Essig, sie müssen herausgeschnitten werden», erklärt Zehnder. Der Vegetationsvorsprung von rund 2 Wochen blieb bis zur Ernte erhalten.

«In diesem Jahr pflegen wir das Bewährte», ergänzt Zehnder. Neuheiten werden keine präsentiert. Dafür gibt es wieder einen Vin du Soleil. Es handelt sich um Wein aus den besten Lagen beim Dorf. Das Besondere ist nicht nur der Inhalt sondern auch die Flasche. Sie ziert keine Etikette, die Birmenstorfer Sonne ist als Serigrafie auf die Flasche geprägt. Wiederum wird ein Vollmondwein angeboten. Dessen Trauben werden bei Vollmond gelesen. Neben dem Tag des offenen Weinkellers stehen bei der Genossenschaft eine ganze Reihe von Anlässen auf dem Programm. Darunter die Frühlingsdegustation und das Räbhüslifest am 11. und 12. August. «Wir sind eine Woche vor dem Stadtfest in Baden», sagt Zehnder.

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