Niederwenigen

Im Wehntal geht's als Erstes ums Sterben

Die Bühne Wehntal probt «Sterben für Anfänger»: Daniel (Erhard Wyss) betrauert seinen Vater im Beisein der Verwandten.

Die Bühne Wehntal probt «Sterben für Anfänger»: Daniel (Erhard Wyss) betrauert seinen Vater im Beisein der Verwandten.

Die Bühne Wehntal spielt zum Saisonauftakt die bitter-böse Komödie «Sterben für Anfänger».

Zuerst wird die falsche Leiche aufgebahrt, dann kommt das geheime Doppelleben des Verstorbenen ans Licht: Eigentlich wünscht sich Daniel eine würdevolle Trauerfeier für seinen Vater Erwin Utzinger, doch seine Verwandten sabotieren die Feier permanent. Die missglückte Beerdigung endet im Chaos.

«Sterben für Anfänger» heisst die neueste Produktion der Bühne Wehntal. Als Vorlage dient die rabenschwarze, gleichnamige Filmkomödie (Originaltitel: «Death at a Funeral»). Regie führte im Original der als «Muppets-Schöpfer» bekannte Frank Oz.

Das Drehbuch schrieb Dean Craig. Die englische Komödie erhielt mehrere internationale Auszeichnungen, unter anderem den Publikumspreis am Filmfestival 2007 in Locarno. «Es ist ein temporeiches bitter-böses Stück mit schwärzestem Humor, wie es nur die Engländer in einem Film oder auf der Bühne inszenieren können», sagt Katrin Brunner, Präsidentin des Niederweninger Amateurtheaters.

Abrupte Szenenwechsel als Herausforderung

Weltpremiere feierte das Bühnenstück im vergangenen Winter in Dübendorf. «Als wir es uns ansahen, war für uns sofort klar, dass ‹Sterben für Anfänger› das Stück für die Saison 2019 sein wird», sagt Katrin Brunner. «Aber einen Film auf der Bühne zu inszenieren, bringt Schwierigkeiten mit sich.»

Beispielsweise der abrupte Wechsel von der Trauergemeinschaft im Haus zu einer Szene im Auto – einfach umsetzbar in einem Film, nicht aber auf der Bühne. «Das ist eine Herausforderung für die Schauspieler, aber auch an das Bühnenbild.»

Eine Möglichkeit wäre Videoprojektion gewesen. «Das wollten wir aber nicht», sagt Katrin Brunner. Deshalb setzt das Laientheater auf ein einfaches, sehr reduziertes Bühnenbild. Nur das Klavier, die Treppe an der Rückwand und jene vor der Bühne sind konstante Elemente.

Die Treppe ins Publikum hinab ist deshalb nötig, da das Stück auch im Zuschauerraum spielt. Szenenwechsel werden mit weissen Kuben inszeniert. So stellen die Blöcke ein Auto oder die Toilette dar. Und eine tragbare Türe grenzt im eineinhalbstündigen Stück Räume imaginär ab.
Als Regisseur holten sich die Wehntaler in diesem Jahr Profi René Schnoz ins Boot.

«Er löste sich in seiner Inszenierung und im Bühnenbild komplett vom Film und setzt die einzelnen Szenen rasant um», sagt Katrin Brunner. Schnoz habe für frischen Wind im Ensemble gesorgt.

«Und uns als Theatergruppe weitergebracht», sagt sie. Premiere feiert die schwarze Familienkomödie mit ebenso schockierenden wie witzigen Szenen und peinlichen Zwischenfällen heute Abend in der Mehrzweckhalle in Niederweningen.

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