Würenlos
Immer nordwärts reisend landeten sie schliesslich in Island

Mit dem Ziel «Schauen wir, wo es uns hinträgt» sind Fabiola Hope und Ger Falke in den Zug Richtung Norden gestiegen. Ihre Erlebnisse haben die beiden Würenloser in einem Buch festgehalten.

Carolin Frei
Drucken
Teilen
Immer nordwärts reisend landeten sie schliesslich in Island
5 Bilder
Eissturmvogel
Die Gegend von Djupivogur
Brandgaense
Hoellenotter

Immer nordwärts reisend landeten sie schliesslich in Island

Carolin Freo

«Grob haben wir unsere sechsmonatige Reise natürlich schon geplant», betonen die beiden. «Aber wo es uns hinträgt, das haben wir offen gelassen», ergänzt Falke. Und so sind sie im April 2012 in den Zug Richtung Ostsee gestiegen, wo sie eine Ferienwohnung bezogen. Erst mal ankommen, durchatmen. Das wollten beide.

Ger Falke überkamen im ersten Moment dieser Reise schon leise Zweifel, ob es richtig war, die heimische Wohnung zu verkaufen und den Job aufzugeben. «Ich musste mir dann aber eingestehen, dass es mir an die Gesundheit gegangen wäre, wenn ich es nicht getan hätte.» Um Kräfte zu tanken, begleitete er vor der Reise seine Frau jeweils in die Natur.

Hope – eine begeisterte Hobbyfotografin – liebt es, Tiere auf den Film zu bannen. Das war ein Grund, ihre sechsmonatige Auszeit im Norden zu verbringen. Vögel und Wildtiere ganz allgemein sowie die Naturschönheiten, die «kleine» Wildnis am Wegrand, das fasziniert beide.

Hilfsbereit aber kühl

Von der Ostsee aus gings dann mit Zug, Bus und Schiff über Dänemark und die Färöer-Inseln Richtung Island, wo sie für drei Monate ihre Zelte aufschlugen. «Eigentlich wollten wir bis nach Grönland, doch Island hat uns so begeistert, dass wir unsere Pläne kurzfristig änderten.» Ein Sommer auf Island - das ist der Traum vieler.

Und so überschwemmen jährlich Hunderttausende das Idyll. Ger Falke und Fabiola Hope versuchten, den Touristenströmen aus dem Weg zu gehen. Was ihnen auch gelang, denn die Pfade, die sie unter die Füsse nahmen, waren abseits der gängigen Touristenrouten. Übernachtet haben sie vorwiegend im Zelt, zwischendurch in einer Jugendherberge, um wieder mal duschen zu können.

Die Einheimischen, die sie trafen, seien hilfsbereit gewesen, wenn auch ein wenig kühl. So faszinierend die Insel ist, so heimtückisch kann es werden, wenn der Nebel kommt. «Die Nebelwand ist plötzlich da, du siehts absolut nichts mehr. Es gibt nur eins – stehen bleiben und abwarten», sagt Hope. Die beiden würden sich nicht als Abenteurer bezeichnen, aber Erfahrung mit Reisen dieser Art haben sie schon im Gepäck.

Erinnerung an die Reise

Zurück in der Schweiz machte sich Ger Falke daran, seine Notizen, die er auf der Reise im Laptop festhielt, zu Papier zu bringen. Entstanden ist ein Buch, das gluschtig macht, der Natur mehr Beachtung zu schenken, ihr mehr Respekt entgegenzubringen. Das Buch «Wir steigen hier mal aus» erzählt aber auch von Menschen, die den Weg der beiden Würenloser gekreuzt haben.

Eine Episode etwa zwischen einem Schweizer und einer Verkäuferin, die auf amüsante Weise erklärt, wie die Isländer sind. Nicht unfreundlich, einfach isländisch. Ergänzt werden die Erzählungen mit Tier- und Landschaftsfotos.

www.fabiola-hope.ch

Aktuelle Nachrichten