Oberrohrdorf

In 81 Häusern ist es viel zu laut

Vor allem für die Gebäude entlang der viel befahrenen Hauptachse von Baden auf den Mutschellen sind Lärmschutzmassnahmen geplant.  pel

Vor allem für die Gebäude entlang der viel befahrenen Hauptachse von Baden auf den Mutschellen sind Lärmschutzmassnahmen geplant. pel

Kantonale Vertreter haben das Strassenlärm-Sanierungsprojekt von Oberrohrdorf vorgestellt. Laut Erkenntnissen sind insgesamt 81 Gebäude und acht unüberbaute Parzellen betroffen.

«Seit der Einführung von GPS in Lastwagen werden diese in Bremgarten vermehrt über Oberrohrdorf geleitet. So quälen sich Tag für Tag die grössten LKW die steile Strasse hinauf und bescheren uns zusätzlichen Lärm und Gestank», beschwerten sich vor allem die Anwohner der Busslingerstrasse.

Um allen betroffenen Anwohnern wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen, hat der Kanton ein Sanierungsprojekt entwickelt. Mit einbezogen wurden auch die Busslinger- und die Niederrohrdorferstrasse.

Das Projekt sieht den Einbau von Lärmschutzfenstern an besonders lärmbelasteten Gebäuden vor. Dazu dienten dem Projektleiter Dejan Milo vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Sektion Lärmsanierung, die über einen längeren Zeitraum erhobenen Messdaten an Fenstern als Grundlage. Die Grundeigentümer können nun über die zu treffende Massnahmen entscheiden. Sie wurden angeschrieben und zur öffentlichen Information eingeladen.

«Ortsbild nicht verschandeln»

Laut der gewonnenen Erkenntnis sind an der K411 und K415 insgesamt 81 Gebäude und acht noch unüberbaute Parzellen betroffen. Ingenieur Dominik John erklärte den Anwesenden, warum an den meisten Stellen nicht die geforderten Lärmschutzwände möglich sind.

«Hier gilt das überwiegende Interesse. Wir wollen das Ortsbild nicht durch beidseitige Wände verschandeln», betonte er. Das Problem werde gezielt mit dem Einbau von Lärmschutzfenstern gelöst.

«Bei all jenen Liegenschaften, bei denen keine Massnahmen beschlossen wurden, können die Eigentümer Erleichterungen beantragen», sagte dazu Projektleiter Dejan Milo. Aufgrund der gemessenen Lärmbelastung sei nur aber an drei Gebäuden deren Pflichteinbau notwendig, welcher auch vollumfänglich vom Kanton bezahlt würde.

Lieber eine Mauer als neue Fenster

«28 der betroffenen Grundeigentümer sind freiwillig zum Einbau von neuen Fenstern bereit, 20 wollen aber darauf verzichten», so Milo. Wie der Einbau vonstatten geht und was ein Schalldämpf-Lüfter bewirken könnte, war vom Projektleiter «Schallschutzfenster», Sebastian Veit, zu erfahren. Die lebhaften Diskussionen zeigten, dass nicht alle Betroffenen mit den geplanten Massnahmen zufrieden sind.

Vor allem die Anwohner der Busslinger-/Unterriedstrasse fühlen sich vom Kanton ungerecht behandelt, denn die meisten sind davon überzeugt, dass nur eine Schallschutzmauer das Richtige sei und sie für deren Einbau die Voraussetzungen – mindestens drei aneinandergrenzende und rückwärts erschlossene Liegenschaften – erfüllen würden. «Wir können uns das noch einmal anschauen», versprach Milo. Das Projekt liegt noch bis zum 7. September zur Einsicht auf der Gemeinde auf.

Meistgesehen

Artboard 1