Baden-Dättwil
In Baden-Dättwil lässt es sich gut in die autobahnfreie Zeit reisen

1966 musste der Hof «Höch Huus» der Autobahn weichen: Nun hat die Chronikgruppe Baden-Dättwil die Erinnerungen an die Zeit vor dem Bau der Nationalstrasse hochleben lassen.

Jérôme Jacky
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Antoinette Hauri präsentiert das Informationsschild. Jérôme Jacky

Antoinette Hauri präsentiert das Informationsschild. Jérôme Jacky

Jérôme Jacky

1966 musste der Hof «Höch Huus» der Autobahn weichen: Nun hat die Chronikgruppe die Erinnerungen an die Zeit vor dem Bau der Nationalstrasse hochleben lassen. Zum Gedenken an den Weiler Hofstätten, zu dem auch das «Höch Huus» gehörte, hat die Chronikgruppe am Fuss der Treppe, die einst zum «Höch Huus» führte, eine Informationstafel aufgestellt. Dank dieser erfahren Interessierte Wissenswertes zum Weiler und dem Einfluss des Autobahnbaus auf das ganze Dorf.

Der Bau der A1 veränderte das Dorfbild Dättwils massgebend. «Ein Drittel von Dättwil fiel dem Bau der Autobahn zum Opfer», sagte Antoinette Hauri, Präsidentin der Chronikgruppe vor knapp 100 Interessierten.

So mussten diverse Wohnhäuser abgebrochen werden, einige Familien mussten neue Wohnmöglichkeiten suchen. «Es kam zu verschiedenen Umzonungen. Die Landwirtschaft verschwand weitgehend aus dem Dorfbild. Dafür entstanden neue Wohnsiedlungen und der Grundstein für den Wirtschaftsstandort Dättwil wurde gelegt», so Hauri.

Auf einem Rundgang durch das Dorf Dättwil erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes zu den alten Höfen sowie den Dorflinden, die im vergangenen Jahrhundert gepflanzt wurden und das Dorfbild noch heute prägen.

Nebst Hauri liessen auch Irène Som und Walter Vögeli die Teilnehmer an ihrem Wissen teilhaben. Ihre Geschichten waren oft von persönlichen Erinnerungen geprägt und waren meist mit den aus Dättwil stammenden Familien Obrist und Renold verbunden.

Für viele Teilnehmende war der Rundgang ein Rückblick in die eigene Geschichte. So auch für Nationalrätin Christine Egerszegi-Obrist, deren Grosseltern aus Dättwil stammten. «In Dättwil kann ich meine Wurzeln spüren», sagte die FDP-Nationalrätin und erinnerte sich an die in Dättwil verbrachten Weihnachtsabende.

Nebst vielen eingesessenen Dättwilern nahmen auch Hinzugezogene am Anlass teil. Für die Arbeitsgruppe des Dorfvereines ist das ein eindeutiges Zeichen, dass die Arbeit der Chronikgruppe geschätzt wird.