Baden
In Baden heisst es nun Links gegen Rechts

Die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang vom 3. März hat sich mit dem heutigen Anmeldetermin geklärt. Wie es sich abgezeichnet hat, kommt es zum Duell zwischen Links und Rechts.

Roman Huber
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Wer neu ins Stadthaus einzieht, entscheidet sich am 3. März.

Wer neu ins Stadthaus einzieht, entscheidet sich am 3. März.

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Nun steht fest: Geri Müller (team) steigt gegen Roger Huber (FDP) ins Rennen um das Amt des Stadtammanns sowie Ruth Müri (team) gegen Peter Courvoisier (FDP) bei der Stadtrats-Ersatzwahl.

GLP: Stimmenthaltung

Die GLP wird laut Communiqué keinem der «nicht wirklich überzeugenden» Stadtammann-Kandidaten die Stimme geben. Die Mitgliederversammlung beschloss Stimmenthaltung. Man findet den Hahnenkampf zwischen CVP und FDP als «unvereinbar mit der politischen Kultur in Baden». Bei Geri Müller weist die GLP auf die Doppelfunktion Stadtammann/ Nationalrat hin, die «keinen vollen Einsatz für unsere Stadt» zulasse. Bei der Stadtratswahl beschloss die GLP Stimmfreigabe. (-rr-)

Mallien verzichtet als Stadtrat

Nachdem der GLP-Kandidat Sander Mallien früh angekündigt hatte, als Ammann-Kandidat nicht mehr anzutreten, verzichtet er nun auch auf die Stadtratswahl. «Im zweiten Wahlgang zählt das relative Mehr. Da ergibt eine Kandidatur für mich keinen Sinn mehr», verdeutlich Mallien. Die GLP gibt jedoch keine Empfehlungen für den zweiten Wahlgang ab.

Für die SVP ist klar: «Wir unterstützen Roger Huber und Peter Courvoisier», sagt Serge Demuth, Präsident. Die Querelen zwischen CVP und FDP habe man eher mit Schmunzeln zur Kenntnis genommen. «Es ist angenehm, davon nicht betroffen zu sein», fügt Demuth an.

CVP nur mit stillem Support

Demuth hat dafür Verständnis, wenn die CVP jetzt dem FDP-Kandidaten nicht lautstark Support gebe. Er würde sich dennoch freuen, wenn sie sich noch klar hinter Huber und Courvoisier stellen könnte.

In ihrer Medienmitteilung von Dienstagabend erklärt die CVP: «Der zweite Wahlgang hat das Potenzial für Änderungen in der Badener Exekutive, die unter Umständen nicht im Sinn der CVP sind.» Kein FDP-Kandidat wird dabei namentlich erwähnt. Sie «bekräftigt ihren bereits vor und während der Wahlen geäusserten Wunsch nach einer bürgerlichen Regierung in Baden», heisst es lediglich.

«Ich habe mit CVP-Präsident Matthias Gotter gesprochen. Wir können mit der Unterstützung der CVP rechnen», sagt Matthias Bernhard, Präsident der FDP. Gotter relativiert: «Wir werden keine aktive Wahlempfehlungen abgeben.» Bernhard betrachtet die Aussichten von Roger Huber auf eine Wahl als Stadtammann als gut, prophezeit aber Peter Courvoisier ein hartes Rennen. Ihm sei bewusst, dass einige CVP-Stimmen ans linke Lager gehen könnten, fügt Bernhard an.

Grün-Links sieht Chancen intakt

Beatrice Schilling, Präsidentin der Grünen Baden, räumt team-Kandidat Geri Müller gute Chancen ein: «Viele Leute werden sich nun mit ihm auseinandersetzen und ihn wählen.» Andersherum werden laut ihrer Ansicht einige Schneider-Wähler nicht mehr an die Urne gehen. Für Ruth Müri sei die Situation vielversprechend, gibt sich Schilling überzeugt.

Beim team teilt man die Zuversicht. Präsidentin und Stadtratskandidatin Ruth Müri rechnet für Geri Müller mit einigen Schneider-Stimmen und vor allem mit Wählern, die beim ersten Wahlgang nicht an die Urne gingen. «Wir mobilisieren diese Leute. Wir spüren bereits jetzt die Begeisterung für Geri Müller.» Für sich selber sei sie ebenfalls sehr zuversichtlich, sagt Müri: «Doch auch ich werde nun nochmals Vollgas geben.»

Volle Unterstützung für Müri und Müller gibt es von der SP. Präsidentin Andrea Arezina glaubt an deren Wahl. Geri Müller habe sich nach dem bürgerlichen Geplänkel als der richtige Stadtammann hervorgetan; er werde auch von einigen gewählt, die vorher Schneider die Stimme gegeben haben. Und mit Ruth Müri würde eine gute Politikerin den Frauenanteil im Stadtrat verbessern.

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