Baden
In Baden ist nur Mickey Mouse nicht wählbar

Die Namen der Badener Stadtammann-Kandidaten sorgen im Vorfeld der Wahl vom Januar für Verwirrung. Doch noch immer sind es sechs Kandidaten, die am 13. Januar im Kampf um die Nachfolge Stephan Attigers antreten.

Manuel Bühlmann
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Badens Stadtammann-Kandidaten am Podium

Badens Stadtammann-Kandidaten am Podium

Emanuel Freudiger

Markus Brunner und Gerhard Müller Behrens wollen Stadtammann von Baden werden. So steht es in den Wahlunterlagen. Wer nun denkt, dass das Kandidatenfeld nochmals um zwei Anwärter erweitert wurde, liegt falsch. Als Stella Palino und Geri Müller sind die beiden in Baden bekannt - in den Wahlunterlagen allerdings mit ihrem bürgerlichen Namen aufgeführt. Sie gehören zu den sechs Kandidaten, die am 13. Januar im Kampf um die Nachfolge Stephan Attigers antreten.

Doch was muss man denn nun auf den Wahlzettel schreiben, um dem eigenen Favoriten auch wirklich seine Stimme zu geben? Im Fall von Geri Müller lässt sich die Frage leicht beantworten: Den grünen Nationalrat kennt kaum jemand als Gerhard Müller Behrens. Deshalb würden selbstverständlich auch die Zettel für gültig erklärt, auf denen Geri Müller stehe, sagt Heinz Kubli, Stadtschreiber von Baden.

Komplizierter sieht es bei Stella Palino aus. Die parteilose Transfrau heisst mit bürgerlichem Namen Markus Brunner. In der Badener Kulturszene war sie zudem lange als Marc Brunner bekannt. «Sie ist ein Spezialfall, weil sie als Stella Palino in der Öffentlichkeit auftritt», sagt Kubli. Deshalb gilt: Wahlzettel, auf denen Stella Palino oder eine Kombination dieser Namen mit dem offiziellen Namen steht, sind gültig. «In all diesen Fällen ist klar, wer damit gemeint ist», sagt Kubli. Anders liegt der Fall bei Heinz Blaser. Der parteilose Kandidat ist in der Stadt unter anderem für seine Hosenträger und den Ausspruch «Ramba-Zamba» bekannt. Übernamen wie Hosenträger-Blasi würden nicht gelten, da er nicht unter diesem Namen öffentlich in Erscheinung trete, sagt Kubli.

Der Grundsatz lautet: Ist eindeutig identifizierbar, wem der Wähler seine Stimme geben will, zählt sie. «Wir dürfen nicht darüber mutmassen, wer gemeint sein könnte», sagt Kubli. Bei offiziellen Kandidaten gilt: Haben sie in Baden Namensvettern, wie das bei Markus Schneider und Roger Huber der Fall ist, erhalten sie als offizielle Kandidaten die Stimme, wenn ihr Name aufgeführt ist. Ausser ein Zusatz würde eindeutig auf ihren Namensvetter hinweisen. Ohne Folgen bleibt der Tippfehler in den Wahlunterlagen: Sander Mallien wurde darin irrtümlicherweise mit nur einem statt zwei «l» geschrieben. Beide Schreibweisen sind auf dem Wahlzettel zulässig, weil keine Verwechslungsgefahr besteht.

Ist bei nicht offiziell angemeldeten Kandidaten eine Verwechslung möglich, muss mit Zusätzen wie dem zweiten Vornamen oder der Adresse deutlich gemacht werden, um wen es sich handelt. Sonst ist die Stimme ungültig. Im 1. Wahlgang können alle volljährigen Personen mit Wohnsitz in Baden gewählt werden. «2005 waren es 300 bis 400 Namen», erinnert sich Kubli. Sie alle mussten auf ihre Wählbarkeit hin geprüft werden. Doch nicht alle hielten der Überprüfung stand: Mickey Mouse etwa, der damals auch auf einem Wahlzettel stand, wurde nicht akzeptiert.