Insgesamt sind es 14 wichtige Projekte, die in den kommenden Jahren den innerstädtischen Stadtteil Baden Nord massgebend verändern werden. Dabei wird die ursprüngliche Idee einer Entwicklung nach innen (Verdichtung) und der durchmischten Nutzung weiter verfolgt. Der Eigenart des Quartiers wird mit dem städtebaulichen Konzept Rechnung getragen, Baden Nord als Standort für Arbeit, Bildung, Wohnen, Freizeit, Kongresse, Kultur und Gastronomie gestärkt. Die Realisierung soll schrittweise erfolgen, die Flexibilität gemäss den Bedürfnissen des Marktes gewahrt werden.

Projektkoordinator Walter Moser zu Baden Nord

Projektkoordinator Walter Moser zu Baden Nord

Grosses Investitionsvolumen

Eigentümer, Investoren und öffentliche Hand werden über 500 Millionen Franken investieren. Weitere Zahlen sind 1400 Arbeitsplätze, die in den Bürohochhäusern realisiert werden. Für 760 Einwohner entsteht neuer Wohnraum, für 350 Schüler neuer Schulraum. Freiflächen und Freiräume wie Brown Boveri-Platz und Trafoplatz, Schmiedeplatz und Parkanlage Martinsberg werden aufgewertet. Es entstehen publikumsorientierte Nutzungen wie Hotel und Gastronomie, ebenso wird der Kongressbereich im Trafo erweitert.

Die Verenaäcker werden für Wohnnutzung frei; die Parkplätze werden in ein neues Parkhaus unter den Brown- Boveri-Platz gebracht. Total wird eine unterirdische Parkierung für 800 Fahrzeuge bereitgestellt. Die Parkplatzzahl wird sich damit auf Grund der zusätzlichen Nutzungen unter Berücksichtigung der Reduktionsfaktoren sehr moderat erhöhen. Für die Fussgänger wird eine direkte Passarelle zum Bahnhof gebaut.

Wirtschaftsstarke Region

Die Region Baden-Wettingen gehört als Teil des Metropolitanraums Zürich zu den am stärksten wachsenden Regionen der Schweiz. Einer der aktuellen und künftigen Entwicklungsschwerpunkte für zusätzliche Nutzungen ist Baden Nord. Das Quartier, bereits heute ein beliebter Arbeits- und Wohnort und „Hotspot" für Freizeit, Kultur und Gastronomie, wird mit den neuen Nutzungen noch lebendiger und zu einem noch wichtigeren Teil der Stadt. Dadurch wird der Standort Baden zusammen mit der Region als Arbeits-, Wohn- wie auch als Freizeitort aufgewertet.

Die Erneuerung der in den Neunzigerjahren frei gewordenen Industrie- und Gewerbeareale im Norden der Stadt Baden, stellt einen besonderen Abschnitt in der Stadtentwicklung dar. Die Revitalisierung des Industriestandortes Baden ermöglichte unter anderem. die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze im Engineeringbereich sowie die Erstellung grösserer Wohnüberbauungen an geeigneteren Standorten. Nach dem Grundsatz einer qualitativen Stadtentwicklung nach innen, sollten die zentral gelegenen, gut erschlossenen Zentrumsgebiete intensiv genutzt werden.

Kontinuierliche Entwicklungsgeschichte

Die Planungsgeschichte Baden Nord reicht zurück in die 90er-Jahre. 1994 genehmigte der Einwohnerrat Baden den ersten Entwicklungsrichtplan (ERP) für Baden Nord. Fünf Jahre später drängte sich aus verschiedenen Gründen eine erste Anpassung auf. Veränderungen des wirtschaftlichen Umfeldes führten mit dem Projekt Baden Nord «Fit 2008» zu einer weiteren Feinjustierung des ERP im Jahre 2009.

Mit dieser und der gleichzeitigen Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung wurden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die jetzt vor der Realisierung stehende bauliche Entwicklung geschaffen. Spezielle Aufmerksamkeit verlangten dabei die städtebauliche Lösung der Nachverdichtung im Umfang von 46‘000 m2 BGF, die Realisierung des im ERP geforderten Wohnanteils sowie die Erschliessung und das mit der Nachverdichtung verbundene Verkehrsaufkommen.