Baden

In den Aargauer Zentren hält der Veloboom an

Eine Velofahrerin in Brugg hat die Auswahl aus rund 1000 Veloparkplätzen in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs.  Walter Schwager

Eine Velofahrerin in Brugg hat die Auswahl aus rund 1000 Veloparkplätzen in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Walter Schwager

Im Aargau wird die Velofreundlichkeit immer mehr zum Thema. In Baden befinden sich rund um das Bahnhofsgelände 624 Veloparkplätze. Erst vor eineinhalb Jahren kamen 134 neue Parkplätze dazu, für rund 210 000 Franken.

Oft überfüllt ist der Veloparkplatz beim Gleis 1. «Doch dieser Eindruck täuscht», sagt Markus Bitterli, Raumplaner der Stadt Baden. «Vielmehr ist es so, dass die Velofahrer zu bequem sind, ihre Fahrzeuge auf einen der vom Bahnhof weiter entfernten Veloparkplätze abzustellen, trotz der Ausschilderung.»

Auch wenn der Parkplatz beim Gleis 1 immer überfüllt sei, so sei bei den neuen Parkplätzen auf der Westseite der Geleise immer Platz vorhanden, so Bitterli. «Ein Problem ist aber auch, dass immer mehr Leute mehr als ein Velo haben; sowohl beim Start- als auch beim Zielbahnhof.»

«Veloparkierung im Zentrum»

Noch besser haben es die Velofahrer in Brugg, wo beinahe 1000 Parkplätze in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes zur Verfügung stehen. Damit hat Brugg wohl die meisten Veloparkplätze pro Einwohner in der Region. Dies rührt auch daher, weil Windisch an die eine und Brugg an die andere Seite des Bahnhofs grenzt. Beide Ortschaften sind bemüht, den Bahnhof so attraktiv wie möglich zu gestalten. Erst vor einem Jahr wurden die Parkplätze auf der Brugger Seite, gleich neben den Taxi-Parkplätzen, für 450000 Franken erneuert.

Neben diesen 260 Parkplätzen gibt es noch deren 360 auf der Windischer Seite des Bahnhofes und 280 beim Neumarkt. Erstes Ziel von Brugg sei es, eine «Velokultur» zu etablieren, erklärt Stefan Zinniker, stellvertretender Bauverwalter im Bereich Verkehr der Stadt Brugg. Dies soll vor allem mit dem Projekt «Veloparkierung im Zentrum» geschehen, das auf einer Motion im Einwohnerrat fusst. Eine entsprechende Arbeitsgruppe arbeitet bereits Vorschläge aus. Im Zentrum der Bemühungen stehen nun nicht die Neuschaffung, sondern die Erneuerung – beispielsweise Überdachungen – der bestehenden Plätze. «Wir haben momentan genügend Abstellplätze», so Zinniker.

Es gibt immer mehr Velofahrer

Man sei sich bewusst, dass immer mehr Plätze benötigt würden, vorerst wolle man aber die Qualität verbessern, sagt Zinniker. Im nächsten Jahr will die Arbeitsgruppe beim Einwohnerrat einen Kredit für diese Verbesserungs- und Ausbauarbeiten beantragen. Noch nicht soweit ist man indes in Wohlen. Es gibt am Bahnhof zwei kleinere, überdachte Abstellplätze, was in Zukunft geschehen wird, ist aber noch unklar. Zwar gibt es einen «kommunalen Plan Bahnhof Wohlen», doch sind die Veloparkplätze darin nur unter dem Punkt «Aufwertung des Bahnareals» zu finden. Was dies genau bedeutet, ist noch nicht klar, wie Marcel Handler, Bauverwalter von Wohlen, erklärt. Die Planungsarbeiten sollen nächstes Jahr beginnen, die Politik wird sich wohl in frühestens zwei Jahren mit dem Thema beschäftigen. Auch in Lenzburg gibt es mit einem «kommunalen Richtplan Bahnhof Lenzburg» ähnliche Pläne.

Ein Projekt, das im ganzen Kanton Anstoss zur Diskussion gibt, ist jenes des Veloparkhauses beim Aarauer Bahnhof. Während die einen die Aarauer Idee als eine «Velo-WellnessOase» verunglimpfen und betonen, dass die 780 Veloparkplätze für 5 Millionen Franken teurer seien als Autoabstellplätze, sind andere von dem «hervorragenden Projekt» überzeugt.

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