Arigona Bunjaku, diesen Namen sollten sich die Badener merken, denn die Influencerin aus Düsseldorf hat Grosses vor in der Bäderstadt. Seit gut einem Monat wohnt die 26-jährige Mode- und Lifestyle Bloggerin in Baden. Wie sie sagt, kann sie es kaum erwarten, die Stadt bunter und modischer zu machen.

Ihre Wohnung ist noch nicht ganz fertig eingerichtet. Sieht man sich um, deutet nichts auf eine Fashionista hin. Bis sie die Jacke auszieht und man ihre Kleidung genauer betrachten kann. Bunt, gewagt und verspielt mixt sie verschiedene Kleidungsstücke zusammen.

Was andere von ihrem Stil halten, ist der selbstbewussten Frau egal. Hauptsache, sie fühlt sich wohl. Arigona gehört zu den erfolgreichsten Bloggerinnen und Bloggern der Schweiz. Sie zieht es vor, nur mit Vornamen genannt zu werden.

«In den Läden fehlt schon einiges für die Jugend»

«In den Läden fehlt schon einiges für die Jugend»

Arigona Bunjaku über Baden.

Mit den Influencern, was auf Deutsch so viel wie «Beeinflusser» bedeutet, ist vor wenigen Jahren ein neuer Beruf entstanden. Arigona, die ursprünglich aus dem Kosovo stammt, hat mit dem Bloggen nur aus Spass angefangen. Ein Freund überredete sie vor vier Jahren, mit ihrem aussergewöhnlichen und bunten Stil an die Öffentlichkeit zu gehen.

Damals studierte sie Sprachwissenschaften und wollte Lehrerin werden. Schnell folgten ihr 3000 Menschen auf ihrem Instagram-Profil. Jeden Tag kamen neue Follower dazu. Im Laufe der Zeit wurde eine Agentur auf sie aufmerksam.

Mit den Aufträgen finanzierte sie sich ihr Studium. Das Interesse an ihrer Person wurde immer grösser. Arigona wirbt mittlerweile für Labels wie H&M, L’Oréal oder die Luxusmarke Maison Mollerus. Doch was verschlägt eine Frau, die erst gerade an der Fashion Week in Mailand war, nach Baden?

Auf Instagram 115 000 Follower

Für ihren Mann zog sie vor drei Jahren von Düsseldorf nach Koblenz. «Damals zeigte er mir Baden zum ersten Mal und ich habe mich gleich verliebt, es ist so frisch.» Sofort suchte Arigona ein Büro in der Stadt, um sich voll und ganz auf ihren Lifestyle-Blog zu konzentrieren.

Als sie schwanger wurde, beschloss das frisch verheiratete Paar, sich eine Wohnung in Baden zu suchen. «Die Suche war sehr mühsam. Wir haben lange keine Wohnung gefunden, die uns beiden gefällt», so Arigona. Erst vor gut einem Monat zog die junge Familie mit ihrem Sohn, der nun 18 Monate alt ist, in die Stadt.

Bald erwartet Arigona ihr zweites Kind. Grund für eine Pause ist das für die Bloggerin allerdings nicht. «Die Leute hat es schon bei meiner ersten Schwangerschaft interessiert, was ich anziehe und wie ich mich fühle.»

Rund zwanzig Storys täglich teilt Arigona unter dem Namen ar1gona auf Instagram mit mehr als 115 000 Follower. Die redelustige Bloggerin gibt das meiste von ihrem Leben preis, bei Fragen zu ihrem Mann bleibt sie allerdings still. «Er unterstützt mich bei dem, was ich mache. Aber es ist einfach nicht seine Welt.»

Obwohl sich die Bloggerin in Baden wohlfühlt, hatte sie anfangs einen kleinen Kulturschock. «Die Menschen hier sind sehr verschlossen, meistens muss ich den ersten Schritt machen. Auch die Youtuber–und Influencer-Szene ist in der Schweiz nicht so gross wie in Deutschland.»

Will in Baden sesshaft werden

Wie viel sie verdient, darf und will Arigona nicht verraten. Klar ist, dass sich viele mit dem Bloggen eine goldene Nase verdienen. Nur so viel sei gesagt: «Ich habe ein Büro und eine Wohnung in Baden, kann viel reisen und vom Bloggen leben.»

Bei der Frage, was sie aus den leerstehenden Geschäften in Baden machen würde, sprudelt es dann wieder aus ihr heraus: «Meiner Meinung nach ist die Stadt für junge Leute zum Einkaufen nicht so attraktiv. Ich würde mir einen hippen Kleiderladen wünschen.»

Ausserdem versuche sie, einen Flohmarkt auf die Beine zu stellen. «In Koblenz durfte ich das bereits organisieren und es war ein grosser Erfolg. Viele meiner Follower sind gekommen», sagt Arigona.

Ihr Wunsch ist es, in Baden sesshaft zu werden und ein eigenes Label zu gründen. Vielleicht beziehe sie dann ja eins der leeren Geschäfte, wie sie sagt. Abgesehen von den Baustellen gebe es nichts, was sie an der Stadt nicht möge. Als sie der Oberen Gasse entlangläuft, sagt sie verträumt: «Es ist wirklich schön hier, jeden Tag entdecke ich etwas Neues.»