Obersiggenthal
In den nächsten fünf Jahren soll der Steuerfuss auf 107 Prozent ansteigen

Der Gemeinderat von Obersiggenthal rechnet kommendes Jahr trotz Steuerkrise mit einem fast ausgeglichenen Finanzhaushalt.

Pirmin Kramer
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Das Gemeindehaus von Obersiggenthal.

Das Gemeindehaus von Obersiggenthal.

Aargauer Zeitung

Der Gemeinderat hat das Budget für das Jahr 2017 bekannt gegeben. Die Lage sei nach wie vor angespannt, vor allem wegen der massiven Rückgänge beim Steuerertrag in den vergangenen zwei Jahren. Obwohl das Hauptproblem auf der Einnahmeseite, sprich bei den Steuereinnahmen, liegt, plant der Gemeinderat im Jahr 2017 erneut mit einem Steuerfuss von 103 Prozent. Vor wenigen Monaten erst, im Februar, waren die Steuern um 5 Prozent erhöht worden. «Ein erneuter Antrag auf Steuererhöhung wäre derzeit wohl chancenlos», erklärt Gemeinderat Linus Egger (CVP), Vorsteher des Ressorts Finanzen. Gegenüber dem Budget des laufenden Jahres rechnet der Gemeinderat mit einem weiteren Rückgang des Fiskalertrages um 2,5 Prozent. Sukzessive Steuererhöhungen auf 107 Prozent sind gemäss Finanzplan jedoch in den kommenden Jahren bis 2021 geplant.

Weil sich die Einnahmen kommendes Jahr nicht erhöhen lassen, versucht der Gemeinderat, sein wichtigstes Finanzziel durch weitere Einsparungen und Verzicht zu erreichen. Das Ziel lautet: einen ausgeglichenen Budgethaushalt, oder in anderen Worten, eine schwarze Null beim operativen Ergebnis zu erreichen. Beim Jahresabschluss 2015 hatte hier noch ein schmerzhafter Verlust von 1,1 Mio. Franken resultiert. «Lange sah es bei der Budgetplanung danach aus, dass 2017 eine schwarze Null realistisch ist», sagt Egger. Dank Kostendisziplin habe Obersiggenthal gemessen an der Einwohnerzahl inzwischen eine der günstigsten Verwaltungen im Bezirk (Platz 24 von 26 Gemeinden). Aufgrund der neusten Entwicklung der Pflegefinanzierungskosten rechne man für das kommende Jahr nun aber doch mit einem leichten Minus beim operativen Ergebnis von 187 000 Franken. Hier wirke sich die Altersstruktur negativ aus; in Obersiggenthal ist der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung höher als in kantonalen Durchschnitt.

Mit Vorsicht zu geniessen sind die Verbesserungen bei der langfristigen Schuldensituation. Vergangenes Jahr war im Finanzplan die Rede von 34 Mio. Franken Schulden im Jahr 2020; nun beträgt diese Zahl noch
21 Mio. Franken. Zwar sind einige Vorhaben wie etwa der Bau des Fussballplatzes gestrichen worden; vor allem aber sind Investitionen wie der Schulhausneubau verschoben worden. 2017 sind Investitionen von 2,5 Mio. Franken vorgesehen, die aber zum Teil noch bewilligt werden müssen. Tatsache ist: Der Selbstfinanzierungsgrad Obersiggenthals ist so tief, dass vermehrt Darlehen am Kapitalmarkt aufgenommen werden müssen, um nur schon die Liquidität zu erhalten. «Wir werden also auch in den kommenden Jahren sparen müssen», sagt Linus Egger.

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