Spreitenbach

In der alten Badi dürfen nur noch Frösche baden

Revierförster Peter Muntwyler zeigt die zum Naturschutzweiher umgestaltete Badi.

Revierförster Peter Muntwyler zeigt die zum Naturschutzweiher umgestaltete Badi.

Aus der 1933 erstellten Badi unterhalb des Franzosenweihers ist ein Naturschutzareal geworden. Ursprünglich wurde die Badi als Ersatz für das Flussbad an der Limmat gebaut.

«Hören Sie den Glögglifrosch?», fragt Revierförster Peter Muntwyler. Dieser hält sich irgendwo im Schilf versteckt, das in und um die längst vergessene alte Badi von Spreitenbach wächst. Der Frosch ist ebenso ein Beweis für die gelungene Renaturierung des Schwimmbades wie die vielen spriessenden Pflanzen oder die Libellen. Unterhalb des Damms, der auch ein Spazierweg ist, machen sich Katzenschwänze breit. Muntwyler ist stolz auf das gelungene Werk – die zum Naturparadies für Kleinlebewesen und Pflanzen umgestaltete alte Badi.

Ein Geschenk der Zürcher

Ein Blick zurück: Die Badi war 1933 vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) als Ersatz für das Flussbad an der Limmat gebaut worden. Dieses ging buchstäblich im neuen Wettinger Stausee unter. Die früher eingezäunte Anlage bestand im Wesentlichen aus einem quer zum Tal liegenden Damm, mit dem ein Weiher aufgestaut wurde. Dessen Boden war teilweise mit Betonplatten versehen. Als in den 70er-Jahren die Schwimmbäder von Dietikon und Würenlos eröffnet wurden, wandten sich die Spreitenbacher von ihrem Waldweiher ab. Dieser verlandete und verschlammte zusehends. Jetzt wurde die alte Badi, zusammen mit dem darüber liegenden Franzosenweiher zu einem Schutzgebiet zusammengefasst.

Im Weiher sollen Lurche und andere Amphibien ungestört Eier legen und sich damit Fortpflanzen können. «Damit die Eier nicht gefressen werden, wollen wir den Weiher fischfrei halten», sagt Muntwyler. Die beim Einlauf in den Weiher eingebaute Plastikfolie dient als Fischbarriere. «Es besteht aber immer die Gefahr, dass Fischlaich von Enten an den Füssen in den Weiher geschleppt wird», sagt Muntwyler. Ein Blick in den Weiher zeigt, dass dort bereits einige Fischchen herumschwimmen. Muntwyler wird die Situation genau beobachten. Fische haben ihren Platz im höher gelegenen Franzosenweiher. Dorthin wurden auch diejenigen aus der alten Badi umgesiedelt.

Die Alte Badi von Spreitenbach

Die Alte Badi von Spreitenbach

Kein Teich für Fische

Wie früher wird der Bach nördlich an der ehemaligen Badi vorbei geführt. Ein Einlaufwerk am oberen, und ein Auslaufwerk am unteren Ende verhindern, dass die ehemalige Badi bei Hochwasser durchgespült wird. «Mit dem Auslaufbauwerk aus Bruchsteinen überwinden wir zugleich die Dammhöhe», sagt Muntwyler. So wird Fischen und Krebsen der Weg in zum höher liegenden Franzosenweiher freigemacht.

Mit Tafeln an den beidseitigen Spazierwegen werden die Besucher über den neu erwachten Naturschutzweiher informiert.

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