Bereits vor Monaten hat Stefan Kalt, Direktor der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW), diese Idee samt dazugehörender Machbarkeitsstudie vorgestellt. Nach einer Schlummerphase werden nun neue Ideen des Projekts diskutiert.

Erste Variante: Station auf Stelzen

Unverändert bleibt die «Bergstation», die sich noch immer beim Bahnhof befinden würde. Von da aus würde man sich auf einer Linie zwischen dem ehemaligen Epa-Haus und der Parkstrasse Richtung Kurtheater Du Parc bewegen.

Über den weitere Verlauf gibt es zwei Varianten: Entweder gibt es eine Zwischenstation auf der Badener Seite. Diese müsste auf Stelzen stehen und wäre über einen Lift erreichbar. Dies darum, weil mit dem Seil einen Winkel von maximal 45 Grad durchfahren werden kann, für die Zwischenstation aber wäre ein Winkel von beinahe 90 Grad nötig. Kein Problem wären dagegen die Stelzen: «Die Verantwortlichen der Seilbahn-Baufirmen lachen mich sowieso aus, denn normalerweise bauen diese 30 Meter über Boden und müssen Bauteile mit Helikoptern tranportieren.» Zudem hätte diese Variante den Vorteil, für die Badegäste leicht erreichbar zu sein, doch müssten die Ennetbadener über einen Steg zur Station gelangen.

Zweite Variante: Station auf dem Oederlin Areal

In der zweiten Variante befände sich die Station auf der Ennetbadener Seite. Hierfür infrage käme das Oederlin-Areal. Die Station würde in ein Gebäude integriert und wäre für die Ennetbadener gut erreichbar. Allerdings müssten bei dieser Variante die Badegäste über den Steg zur Station gelangen. Ein Unsicherheitsfaktor wäre hierbei aber das Oederlin-Areal: Schon seit rund 20 Jahren existieren diverse Pläne, das Gelände zu bebauen oder umzubauen, bisher aber wurde keiner umgesetzt. Zumindest nach den aktuellen Plänen sollen dort 100 bis 120 Wohneinheiten entstehen. Wann dies sein wird, ist ungewiss. Das Einzige, was schon jetzt klar ist: der Steg wird kommen.

Die Endstation soll weiterhin der Hertenstein - ein beliebter Ausflugspunkt der Region - sein. Die Station würde grösstenteils in den Felsen integriert und wäre von aussen kaum sichtbar.

Zuerst kommt das Thermalbad

Doch noch ist dies alles Zukunftsmusik. Zuerst müsse das neue Thermalbad in den Bädern gebaut werden, bevor bezüglich der Gondelbahn verbindliche Entscheidungen gefällt würden, so Kalt gegenüber der az. Vor 2014 wird also nicht gebaut werden. Anstoss der Idee ist die Tatsache, dass mit dem neuen Bad mehr Gäste ins Bäderquartier kommen. Der kleine Ortsbus wird da nicht mehr reichen. Deswegen soll das Bähnchen alle 30 Sekunden fahren und so 500 Gäste in der Stunde befördern. Die Gondelbahn selbst hat eine Bauzeit von etwa 3 Monaten.

Der Betrieb selbst sollte nicht allzu teuer werden, denn die Bahn würde grösstenteils unbemannt funktionieren. Dies mit einem Doppeltürensystem: eine Türe an der Gondel, eine an der Station. Schliesst die eine, öffnet sich die andere Türe - und umgekehrt. Lediglich für Unterhalt und Wartung bräuchte man 200 Stellenprozente zusätzlich.

Kosten von 15 bis 20 Millionen

Das Projekt wird je nach Ausführung mit 15 bis 20 Millionen Franken zu Buche schlagen. Um rentabel sein zu können, müsste die Bahn rund eine halbe Million Passagiere jährlich transportieren. Das Geld sollten gemäss Kalt neben der RVBW, der Stadt und dem Kanton auch Private Sponsoren und Gönner mittels Volksaktien aufbringen.