Zweieinhalb Jahre hat es gedauert, bis die fünf Bandmitglieder von Atlas&Axis zufrieden waren. Zweieinhalb Jahre voller verworfener Melodien und geänderter Texte. Zweieinhalb Jahre, bis die zehn Lieder für die CD gut genug waren, dass die Platte gepresst werden konnte.

Heute Abend ist es nun so weit: Im Club Dynamo in Zürich tauft die Metal Band ihre erste Platte «March of the Night». Es habe so lange gedauert, bis die CD fertiggestellt war, «weil wir etwas machen wollten, hinter dem wir zu hundert Prozent stehen können», sagt Sänger Jonas Ambühl (Wohlen). «Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.»

Melodiöser Gesang statt Geschrei

Atlas&Axis sind fünf junge Erwachsene aus dem Aargau, welche die Liebe zur Musik teilen. Unter der Turnhalle der Schule Brugg treffen sie sich bis zu vier Mal wöchentlich, um ihre Lieder einzustudieren.

Es ist laut, wenn man ihre Bandprobe besucht. Die harten Klänge der Gitarren werden von schwarz bemalten Eierschachteln gedämpft, der Schlagzeuger sitzt in einem kleinen, abgetrennten Raum. Trotzdem braucht man Oropax, wenn die Fünf loslegen.

Die Musik dröhnt und Sänger Jonas Ambühl verausgabt sich. Doch entgegen der weit verbreiteten Meinung um Metal-Musik: Geschrien wird nicht. Ambühl hat eine klassische Gesangsausbildung und die Lieder von Atlas&Axis sind melodiöse Stücke mit makellosem Gesang. «Metal wird oft missverstanden», sagt Ambühl, «Es gibt so viele verschiedene Richtungen im Metal, da wird nicht nur geschrien.» Auch der Gitarrist Kevin Schaffer (Spreitenbach) glaubt, Vorurteile seien im Metal am falschen Platz: «In der Metal-Szene haben es alle gut miteinander. Die Leute sollen vorbeikommen und sich selbst ein Bild machen.»

Wirbelsäule als Namensgeber

Die Bandmitglieder sehen im Metal ein Ventil, durch das sie ihre Power freilassen können. «An Konzerten entsteht eine grosse Dynamik, psychisch wie auch physisch», erklärt Ambühl. Dieser körperliche Einsatz war es auch, der Atlas&Axis ihren Namen gegeben hat.

«Atlas und Axis sind die zwei wichtigsten Wirbel der Wirbelsäule, ohne sie geht nichts. Bei uns braucht es auch jeden Einzelnen, damit wir richtig funktionieren.» Als der Gitarrist Kevin Schaffer vor kurzer Zeit wegen eines gebrochenen Handgelenkes ausfiel, sei dies gut zu spüren gewesen.

Jetzt aber sind Atlas&Axis wieder vollständig und können heute Abend im Dynamo richtig Gas geben und hoffen, möglichst viele ihrer 700 gepressten CDs loszuwerden. Schaffer fasst zusammen: «Wir freuen uns auf eine gute Stimmung heute Abend und hoffen natürlich auch, dass heute vielleicht der Grundstein für eine zweite Platte gelegt wird.»

Wer Atlas&Axis live sehen möchte, kann dies heute Abend ab 20 Uhr im Dynamo in Zürich oder am 7. Oktober im Nordportal in Baden. Weitere Infos unter www.myspace.com/atlasaxis