107 000 Franken wurden im vergangenen Herbst für die Schulraumplanung 2030 gesprochen, nun liegen mit dem Zwischenbericht die ersten Resultate vor. Die wichtigste Erkenntnis: Der bestehende Schulraum reicht aufgrund der heutigen Prognosen bis 2025 aus. Dazu trägt der Bau der geplanten Dreifachturnhalle Margeläcker bei sowie Optimierungen bei den Schulraumnutzungen.

«Wir haben den Ist-Zustand ermittelt und können Entwarnung geben: Es besteht kein sofortiger Handlungsbedarf», sagt Philippe Rey (parteilos), Gemeinderat und Bildungsvorsteher. Man stelle jedoch fest, dass der Ausländer-Anteil wächst und somit Einfluss auf das schuleigene Angebot wie beispielsweise Deutsch als Zweitsprache (DaZ) nimmt. Rey: «Dafür wird es künftig mehr Zimmer brauchen.»

Wettingen verfügt in den nächsten Jahren zwar über genügend Schulraum, doch auf längere Frist zeichnet sich zusätzlicher Bedarf ab – insbesondere bei der Primarschule (siehe Grafik rechts). So geht der Zwischenbericht davon aus, dass im Jahr 2030 auf Stufe Primarschule 13 bis 16 zusätzliche Klassen benötigt werden.

Zum Vergleich: Beim Kindergarten sind es deren 2 bis 3, bei der Oberstufe (Sek/Real und Bezirksschule) 4 bis 6. Wie der Gemeinderat in seiner Vorlage schreibt, werde der Raumbedarf im Bereich der Primarschule vermutlich «nur durch einen Schulhausneubau zu bewältigen» sein.

«Ausgleichszimmer» einplanen

Der Zwischenbericht wurde von November 2015 bis Juni 2016 erstellt. Dabei wurden verschiedene Faktoren analysiert, so die Entwicklung der Bevölkerung (+ 298 Personen pro Jahr), die Schulinfrastruktur und die Schülerzahlen. Letztere lieferten wichtige Erkenntnisse. Beispielsweise wurde festgestellt, dass die Schülerzahlen in den letzten 15 Jahren zwar gestiegen sind, jedoch sehr unterschiedlich nach Schuljahr und Schulstufe.

«Die stark schwankenden Zahlen der Kinder pro Schuljahrgang erschweren es, die Klassen zu bilden und die vorhandenen Räume zu bewirtschaften», schreibt der Gemeinderat. Deshalb sind in der Schulraumplanung sogenannte Ausgleichszimmer einzuplanen. «Diese dienen dazu, Schwankungen in den Kinderzahlen aufzunehmen und auszugleichen.»

Für die Prognosen eine Rolle spielten zudem die Klassengrössen: Man rechnete mit Werten, die deutlich über den Klassengrössen des Schuljahrs 2015/2016 liegen – jedoch unter den im kantonalen Schulgesetz verankerten Klassengrössen.

«Wir schöpfen das Limit bewusst nicht aus, weil wir die Qualität des Unterrichts hochhalten wollen», sagt Gemeindeammann Markus Dieth (CVP). Für eine Gemeinde wie Wettingen, die bis 2030 mit rund 2500 Schülern rechnet, brauche es diese Flexibilität. Über die Resultate des Zwischenberichts Schulraumplanung 2030 zeigt sich auch Dieth erfreut: «Es ist beruhigend zu wissen, dass wir keinen Notstand in Sachen Schulraum haben. Das erlaubt uns, weiter zu planen.»

Das ist insofern wichtig, da die Entwicklung der Kinder- und Schülerzahlen – und damit der Anzahl Klassen – stark davon abhängen, wann neue Überbauungen und die innere Verdichtung realisiert werden. Bereits in den Prognosen berücksichtigt wurden die baulichen Entwicklungsperspektiven der Gemeinden Wettingen, Neuenhof und Würenlos.

Es sei wesentlich, «den Verlauf der Kinderzahlen im Sinne einer rollenden Planung in regelmässigen Abständen zu überprüfen», heisst es in der Vorlage. Ähnlich wie das bei der institutionalisierten Finanzplanung geschieht.

Investitionskosten ermitteln

Der Zwischenbericht Schulraumplanung 2030 wird nun den Einwohnerräten an ihrer nächsten Sitzung am 17. November vorgelegt. Genehmigt das Parlament die Grundlagen, werden die beauftragten Planungsunternehmen Landis AG und SWR Infra AG gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Schulraumplanung die Arbeit wieder aufnehmen: Unter anderem soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die aufzeigt, wie die Defizite im Raumprogramm baulich behoben werden können – etwa mit einem Um- oder Anbau – und welcher Zeitrahmen dafür benötigt wird. In einem letzten Schritt werden die Investitionskosten pro Schulanlage ermittelt.