Ehrendingen
In der Surb soll keine schwarze Brühe fliessen

Die interkantonale Abwasserreinigungsanlage Oberes Surbtal wird modernisiert. «Die Kapazitätsgrenze ist erreicht», weiss Renato Sinelli. Für den Verbandspräsidenten und Gemeindeammann steht eine Erweiterung der Kläranlage ausser Frage.

Daniela Poschmann
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Verbandspräsident und Gemeindeammann Renato Sinelli in der sanierungsbedürftigen Kläranlage. Daniela Poschmann

Verbandspräsident und Gemeindeammann Renato Sinelli in der sanierungsbedürftigen Kläranlage. Daniela Poschmann

Bei einer Fahrt durch das Surbtal und das angrenzende Zürcher Wehntal sieht man neben Feldern und Wäldern vor allem eines: sehr viele Baustellen. Dort wo noch vor wenigen Monaten freie Flächen waren, entstehen heute Ein- und Mehrfamilienhäuser. Auf dieses Wachstum reagiert jetzt der Verband für die Abwasserreinigung (ARA) im oberen Surbtal mit Aus- und Neubautender ARA in Ehrendingen.

Reinigungskapazität wird erhöht

«Die Kapazitätsgrenze ist erreicht», weiss Renato Sinelli. Für den Verbandspräsidenten und Gemeindeammann von Ehrendingen steht eine Erweiterung der Kläranlage trotz der hohen Kosten ausser Frage. Er setzt sich zum einen für den Ausbau der hydraulischen Kapazität von heute 150 Litern pro Sekunde auf 180 Liter pro Sekunde, zum anderen für den Bau eines neuen 320 Kubikmeter grossen Regenbeckens ein. Insofern der Kanton und die Gemeinden Ehrendingen, Schneisingen, Niederweningen, Schleinikon, Schöffslisdorf und Oberweningen mitspielen, soll im Frühjahr des nächsten Jahres mit den Ausbauarbeiten der ARA begonnen werden. Als Bauzeit ist ein Jahr vorgesehen.

Es gibt modernste Technik

Um die Kapazität der Abwasserreinigung zu steigern, entschied sich Sinelli in Zusammenarbeit mit dem Abwasserverband Region Baden Wettingen (ABW) für das sogenannte Hybridverfahren. Diese Kombination aus dem heutigen Belebtschlammverfahren und dem Wirbelbettverfahren sei besonders ökonomisch und führe zu einer Ersparnis von mindestens 750000 Franken, da «wir keine zusätzlichen Becken brauchen», erklärt der Ammann. Die gesamten Kosten in Höhe von 2,425 Millionen Franken würden auf die der Kläranlage angeschlossenen Gemeinden in den beiden Kantonen aufgeteilt (siehe Tabelle).

Gemeinden teilen sich die Kosten

Da die ARA besonders an regnerischen Tagen völlig überlaufen ist, muss ausserdem ein neues Becken her, das die Zuflussmenge auf knapp ein Viertel reduziert. Zurzeit fliesst bei Regen acht Mal mehr Wasser in die Kläranlage als normal, wodurch gut 600 Liter schwarze Brühe pro Sekunde in die Surb fliessen, ohne komplett gereinigt worden zu sein. Noch mache das den Fischen laut Sinelli nichts aus, ein Dauerzustand sei das jedoch nicht. An den Kosten, die sich auf 1,590 Millionen Franken belaufen, werden sich wieder alle Gemeinden anteilsmässig beteiligen müssen. Ehrendingen müsste zudem noch ein zusätzliches Regenbecken errichten (siehe Tabelle), welches mit dem neuen kombiniert werden kann, und trägt deshalb die kompletten Kosten für die Erschliessung und die Mess- und Steuerungstechnik. «Das ist kein Problem», so Sinelli. «Das Geld ist da. In der Abwasserrechnung stehen uns zurzeit 1,7 Millionen Franken zur Verfügung.»

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