Baden
In der Trafohalle spielte Gustav am Abend die erste Geige

Normalerweise steht bei ihnen nur einer ganz vorne – Dirigent Christian Noth. Am Konzert des Blasorchesters Baden Wettingen in der Trafohalle war es anders: «Rock Symphonie avec Gustav» stand auf dem Programm.

Hans Christof Wagner
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In der Trafohalle spielte Gustav die erste Geige
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Zwei Männer vor grossem Orchester - Dirigent Christian Noth (links) und Gustav
Zwei Männer vor grossem Orchester - Dirigent Christian Noth (links) und Gustav
Zurück von einer Polonaise durch den Saal - Gustav mit Posaunisten, Saxofonisten und Klarinettisten
Harfe und Gitarre- beim Konzert in der Trafohalle gab es aussergewöhnliche Kombinationen
Für Gustav war das gemeinsame Konzert mit dem Blasorchester Baden Wettingen eine neue Erfahrung
E-Gitarren kündigten es an, dieses Konzert des Blasorchesters Baden Wettingen ist aussergewöhnlich
Das Publikum in der Trafohalle ging beim Gustav-Konzert begeistert mit
Das Publikum in der Trafohalle ging beim Gustav-Konzert begeistert mit
Conférencier Michael Sokoll (rechts) griff beim Konzert selbst in die Saiten, um Gustav zu begleiten
Conférencier Michael Sokoll (rechts) griff beim Konzert selbst in die Saiten, um Gustav zu begleiten
Christian Noth wurde dafür geehrt, dass er vor 10 Jahren Dirigent der damaligen Stadtmusik Baden wurde, links Präsident Stefan Ehrensperger
Auch Gustavs Band ging am Abend begeistert mit

In der Trafohalle spielte Gustav die erste Geige

Badener Tagblatt

Obwohl – ganz die Show stehlen lassen wollte sich das 2014 aus Stadtmusik Baden und Jägermusik Wettingen fusionierte Ensemble dann doch nicht. Der erste Konzertteil in der ausverkauften Trafohalle ging klassisch einher – noch ohne Sänger, mit drei Stücken, angekündigt und erläutert von Conférencier Michael Sokoll.

Doch alle wussten: Den Höhepunkt heben sie sich für später auf. Und Sokoll trat in den Hintergrund. Denn was dann kommen sollte, brauchte keine Erklärung mehr. Gustav, einem schweizweiten Publikum bestens bekannt aus «Kampf der Chöre» auf SRF, betrat die Bühne – Paukenschläge kündigten ihn an.

Und dann stand da einer vor dem Publikum, der die Herzen schon vom ersten Moment an gewann – uneitel und selbstironisch. Und während bei klassischen Konzerten die Gäste stillsitzen und lauschen, war für einmal Aufstehen, Mitklatschen, Mitsingen und Fingerschnipsen Programm. Der gesamte Saal wurde zur Bühne, nachdem Gustav Klarinettisten, Posaunisten und Saxophon-Spieler zu einer spontanen Polonaise durch die Reihen führte.

Ein solches Zusammenspiel zwischen Rockband und Blasorchester, arrangiert vom Komponisten Benedikt Hayoz, kam zustande, weil sich Christian Noth und Gustav alias Pascal Vonlanthen schon lange kennen.

Und doch war es für Beide ein Abenteuer. Der Dirigent musste es sich gefallen lassen, nicht der alleinige Frontmann des Orchesters zu sein. 400 Zuhörer vor ihm, 70 Musiker hinter ihm – das war für Gustav, dem Sänger aus Fribourg, eine neue Erfahrung. Der räumte es ein: «Eine so kraftvolle Kulisse wie am heutigen Abend hatte ich noch nie.»

Auch Sokoll griff in die Saiten

So wagten alle dieses musikalische Experiment und changierten zwischen dominant und zurückhaltend, zwischen laut und leise. Und am Schluss fand auch Conférencier Michael Sokoll, im zweiten Konzertteil sonst ganz zurückhaltend, eine neue Rolle: Er griff selbst in die Saiten.

Denn als Gitarrist und Sänger der Rockband «az Ton» ist er auch vom Fach. So trug er dazu bei, dass dieses mehr als zweistündige Konzert das wurde, als was es angekündigt war: fulminanter Abschluss vom ersten Vereinsjahr des Blasorchesters Baden Wettingen.