Würenlos
In diesem Club werden alle Spielerträume wahr – und er hat sogar Mitglieder aus Stuttgart

Um sich für eine Partie «Siedler von Catan», «Via Nebula» oder «Euphoria» zu treffen, reisen die Mitglieder des Spielclubs Cubulus aus Nachbarkantonen und sogar aus Stuttgart an.

Joel Kälin
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Die Mitglieder des Spielclubs Cubulus liefern sich eine Partie «Trajan». Die Spieler schenken sich dabei nichts. Sandra Ardizzone

Die Mitglieder des Spielclubs Cubulus liefern sich eine Partie «Trajan». Die Spieler schenken sich dabei nichts. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Wer Brett- und Kartenspiele über alles liebt, doch keinen Freiwilligen für eine Partie findet, muss diese sausen lassen. Was kann man nur tun? Die Lösung: Man trifft sich einfach mit Gleichgesinnten im Spielclub Cubulus in Würenlos.

So machen es die rund 40 Mitglieder des Vereins, der bereits vor 18 Jahren gegründet wurde. Die Spielbegeisterten treffen sich jeweils freitags und sonntags für mehrere Stunden, um der gemeinsamen Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. So auch an diesem Freitagabend. Draussen neigt sich der Tag langsam dem Ende zu.

Für die Vereinsmitglieder steht das Highlight des Tages aber noch bevor: das Spielen. Seit letztem Jahr trifft man sich im Würenloser Restaurant Bahnhöfli Eleven XI. «In der Regel sind wir rund 15 Personen. Manche reisen extra aus den Nachbarkantonen und sogar aus Stuttgart an», sagt Präsidentin Veronika Gull.

Mit leerem Magen lässt sich bekanntlich schlecht studieren. So stärkt man sich vor der Partie beim Abendessen in der Gaststube. Dann begibt sich jeder in den ersten Stock. Denkarbeit, aber auch Geduld und Geschicklichkeit sind während den Partien gefragt. «Ich spiele fürs Leben gern und für mich gilt:

Je komplexer, desto besser. Ansonsten kann das Spiel schnell langweilen», sagt René Fröhlich, der bereits seit 10 Jahren dabei ist. Die Spieler haben sich vor allem den Strategiespielen verschrieben. «Wer nur jassen und Uno spielen möchte, ist bei uns leider fehl am Platz», sagt Veronika Gull.

Spielklub hat eine Altersgrenze

Die Treffs verlaufen aber locker. Es wird gelacht und geplaudert. «Jeder ist willkommen, solange man aktiv mitspielt und mindestens 14 Jahre alt ist. Denn die Spiele sind für Kinder zu schwierig», sagt Gull.

An einem Tisch sind vier Spieler in die fiktive Welt von «Euphoria» vertieft. Einen Tisch weiter liefert man sich bei einer Partie «Trajan» Machtkämpfe wie zu Zeiten des Römischen Reichs. Weitere beliebte Spiele sind die «Siedler von Catan», «Marco Polo», «Via Nebula» oder das Kartenspiel «Port Royale». Im Schrank sind rund 100 weitere Spiele verstaut. Bis die Sieger feststehen, können Stunden vergehen.

Das «Spielweekend», das einmal im Jahr stattfindet, zeigt die Faszination der Spieler auf: Ein ganzes Wochenende können sie ihre Leidenschaft ausleben. Zur Auflockerung wird sporadisch spaziert und auch mal kurz geschlafen.

Dass die Spieler ihrer Faszination ungestört nachgehen können, ermöglicht das Wirtepaar Sabrina und Serkan Ates. Mit ihnen versteht man sich im Verein blendend. Ohne Probleme kann man bis spät in die Nacht gemütlich weiterspielen. «Wir sind sehr froh, dass wir eine derart gute Beziehung zum Wirtepaar haben», sagt Gull.