Die Sonne scheint, Kinderlachen ist zu hören und der Geruch von Bratwürsten liegt in der Luft. So begrüsst die Kinderkrippe Baden zur Feier ihres 60-jährigen Bestehens Eltern und Kinder letztes Wochenende bei sommerlichen Temperaturen.

Neben allerlei Leckereien und Spielmöglichkeiten dürfen die grossen und kleinen Gäste das neue Raumkonzept der Krippe bestaunen. Seit den Sommerferien stehen den Krippenkindern nun drei verschiedene, an ihre Bewegungsbedürfnisse angepasste Räume zur Verfügung. «Jeder Raum ist so konzipiert, dass er das Interesse der Kinder weckt, denn so lernen Kinder am besten», erklärt Krippenleiterin Judith Holzer die Idee dahinter.

Basteln, erfinden, bewegen

Während ein Atelierraum die Kinder zum Basteln und Malen einlädt, werden im Konstruktionsraum – mit seiner stetig wechselnden Einrichtung – neue Erfindungen gemacht. Am meisten fasziniert jedoch der Bewegungsraum: Dieser wurde nach dem Schilling-Raumkonzept eingerichtet und soll Kinder spielerisch zum Bewegen animieren. «Umso mehr Bewegung Kleinkinder haben, desto einfacher fallen ihnen die späteren Lernprozesse», sagt Judith Holzer. Dabei sei es besonders wichtig, den Kindern Zeit zu geben, in ihrem eigenen Tempo die Umgebung zu entdecken und erforschen.

So wurde für die kleinen Entdecker aus hellem Holz eine detailreiche Spiel- und Bewegungslandschaft in den Raum integriert. Allerlei Nischen dienen dabei als Verstecke und Rückzugsorte für die Kinder. Angst vor Holzsplittern und scharfen Kanten muss man nicht haben: Die Konstruktion durchlief bereits einer TÜV-Sicherheitsprüfung.

Team eigens dafür geschult

Um den neuen bewegten Raumkonzepten gerecht zu werden, wurde das ganze Krippenteam weitergebildet. Künftig werden die Krippenkinder in kleineren Gruppen verteilt in den drei Räumen spielen können.

Die reduzierten Gruppen machen es den Betreuerinnen leichter, den Zugang zu jedem einzelnen Kind zu finden. «Ohne mein innovatives Team wäre das neue Raumkonzept nicht möglich gewesen», sagt Judith Holzer.

Jedes Teammitglied ist pädagogisch geschult, um auf die Bewegungs- und Entwicklungsbedürfnisse der Kleinkinder umfassend einzugehen. Wichtig in der bewegten Krippenlandschaft sei das selbstständige Erfahren der Kinder: Schafft es ein Kind nicht direkt eine Treppe hoch, wird es von den Betreuerinnen nicht sofort hochgehoben. «Man muss den Kindern die Chance geben, Erfolge zu erleben», sagt Krippenleiterin Judith Holzer. Mit der richtigen verbalen Unterstützung können so bereits Kleinkinder Durchhaltevermögen erlernen und selbstständig alternative Lösungswege finden.