Baden/Zurzach
In diesen sechs Gemeinden lebt es sich in Zukunft teurer

In sechs Gemeinden in den Bezirken Baden und Zurzach müssen die Steuerzahler im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen – je nach Gemeinde betrifft es die Einwohner stärker. Die Gemeinden kämpfen mit sinkenden Einnahmen und viele stehen vor grösseren Investitionen.

Stefanie Garcia Lainez
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Wo steigen die Steuern i nden Bezirken Baden und Zurzach?

Wo steigen die Steuern i nden Bezirken Baden und Zurzach?

Walter Christen

Der Trend geht weiter: Mit Untersiggenthal, Gebenstorf, Spreitenbach und Würenlingen wollen vier Gemeinden im Bezirk Baden per 2017 ihre Steuerfüsse erhöhen – genau so viele wie schon im Jahr zuvor. Eine Senkung ist nicht in Sicht.

Und dies bereits zum dritten Mal in Folge. Von den letzten Steuersenkungen konnten die Birmenstorfer und die Wohlenschwiler 2014 profitieren. Letztere zahlen mit 119 Prozent aber immer noch am meisten Steuern im ganzen Bezirk Baden. Den tiefsten Steuerfuss hat nach wie vor Oberrohrdorf mit 85 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Zurzibiet: Auch hier gibt es wie im Vorjahr nur Erhöhungen und keine Senkungen. Die Wislikofer waren vor zwei Jahren die Letzten, die sich über tiefere Steuern freuen durften.

Tiefer in die Tasche greifen im nächsten Jahr müssen vermutlich die Klingnauer. Sie befanden gestern Abend nach Redaktionsschluss über das Budget 2017. Und die Leibstädter entscheiden heute Abend, ob sie ihren Steuerfuss als letzte Gemeinde im Bezirk auf über 100 Prozent erhöhen.

So wirkt sich die Steuererhöhung aus

Mit 8 Prozentpunkten steigen die Steuern in Würenlingen am stärksten an – sofern das Stimmvolk gestern Abend an der Gmeind Ja sagte. Mit Folgen für das Portemonnaie der Steuerzahler: Eine Familie mit zwei Kindern und einem steuerbaren Einkommen von 70 000 Franken muss im nächsten Jahr 213 Franken mehr zahlen.

Die Beispiel-Familie hat kein steuerbares Vermögen und muss weder Feuerwehr- noch Kirchensteuern zahlen. Am besten kommen noch die Klingnauer weg. Hier sollen die Steuern nur um zwei Prozentpunkte erhöht werden. Für dieselbe Familie bedeutet dies eine um 53 Franken höhere Steuerrechnung.

Durch die Erhöhung des Steuerfusses wollen die Gemeinden zwischen 140 000 Franken (Klingnau) und 1,1 Millionen Franken (Spreitenbach) mehr einnehmen. In Leibstadt, wo der Zinssatz wie in Spreitenbach um sieben Prozentpunkte steigen soll, hofft die Gemeinde auf 160 000 Franken zusätzlich. Da Leibstadt neun Mal weniger Einwohner hat als Spreitenbach, bringt die Erhöhung des Steuerfusses der Gemeinde auch weniger.

Die sechs Gemeinden im Bezirk Baden und Zurzach kämpfen alle mit dem gleichen Problem: Sie beklagen sinkende Steuereinnahmen, vor allem aus Firmengewinnen. Mit der moderaten Steuererhöhung will Klingnau die Finanzen wieder ins Lot bringen.

Etwas drastischer formuliert es der Würenlinger Gemeinderat: Er bezeichnete die Erfolgsrechnung als «Katastrophe». Der Steuerausfall wäre so massiv, dass die Ausgaben der laufenden Rechnung durch die Einnahmen nicht mehr gedeckt wären. Auch die Tatsache, dass das Budget dank Sparmassnahmen um drei Prozent entlastet wurde, würde an der Situation nichts ändern.

Zudem stehen die meisten dieser Gemeinden vor grösseren Investitionen. So packt Untersiggenthal die Zentrums- und Schulraumplanung an. Im Zentrum sollen ein Dorfplatz und eine Dreifach-Sporthalle entstehen. Zudem müssen mehrer Schulbauten bald saniert werden.

Es sind vor allem drei Projekte, die den Spreitenbacher Investitionsplan und damit den Finanzplan 2017 bis 2020 prägen: das neue Gemeindehaus, der Umbau des bestehenden Gemeindehauses in ein Schulhaus und die Sanierung des Hallenbades. Zusammen mit den weiteren Projekten werden somit rund 28,5 Millionen Franken investiert.

In Gebenstorf bereiten mehrere Ausgabeposten Sorgen: die massiven Kostensteigerungen in der Pflegefinanzierung sowie die steigenden Kosten für Sozialhilfe und der Anstieg für Pflegeleistungen durch die Spitex. Zudem will Gebenstorf bis ins Jahr 2021 Investitionen von 17,7 Millionen Franken tätigen, beispielsweise für den Neubau von Schulräumen und die Sanierung von Strassen. Mit der Erschliessung Furlänge und den Sanierungen Bossenhausstrasse und Oberdorfstrasse/Dorfbach stehen auch in Leibstadt Strassensanierungen an.