Mellingen

In drei Jahren wird der erste Wein kredenzt

Michael Deppeler erklärt den Rebberg (von links): Jürg Moser, Bruno Gretener (Gemeindeammann), Walter Deppeler und René Bleiker.

Michael Deppeler erklärt den Rebberg (von links): Jürg Moser, Bruno Gretener (Gemeindeammann), Walter Deppeler und René Bleiker.

Im Gebiet Rai sind 2000 Rebstöcke gepflanzt worden – Michael und Walter Deppeler aus Tegerfelden pflegen den neuen Rebberg. Die Rebstöcke wurden vor einem Monat auf 40 Aren gesetzt, in etwa drei Jahren dürfte der erste Tropfen trinkreif sein.

«Wir freuen uns, dass es in Mellingen nun einen Rebberg gibt», sagt Gemeindeammann Bruno Gretener am Morgen mitten im neuen Mellinger Rebberg. Zusammen mit weiteren Gästen war er von Michael und Walter Deppeler zur «Einweihung» der ersten gepflanzten Rebstöcke eingeladen.

«Bisher mussten wir am Neuzuzügerapéro immer fremden Wein ausschenken, künftig kommt der Mellinger zum Zug», zeigt sich der Ammann erfreut.

Gut 2000 Rebstöcke wurden vor einem Monat auf 40 Aren gesetzt, in etwa drei Jahren dürfte der erste Tropfen trinkreif sein. «Im hinteren Teil der ersten Etappe stehen zehn Reihen Riesling Sylvaner», sagt Michael Deppeler, Ingenieur Oenologie und Geschäftsführer des Weinguts Alter Berg in Tegerfelden.

In der Mitte habe man Reben mit Sauvignon-blanc- und zur Strasse hin mit Blauburgundertrauben gepflanzt.

Insgesamt 7500 Rebstöcke

Die zweite Etappe wird im nächsten Frühjahr realisiert und die Dritte nochmals später, total werden rund 7500 Rebstöcke gesetzt. Beim letzten Part wollen Deppelers auf einer kleineren Fläche neue Traubensorten kultivieren.

Welche, sei noch nicht spruchreif. Dasselbe gilt für den Namen des Weins. Der Ortsname Mellingen wird jedoch ein fester Bestandteil sein, genauso wie der seiner Macher, vom Weingut Alter Berg in Tegerfelden.

Mit dem eher sandigen Boden im Rai ist die Produzentenfamilie Deppeler mehr als zufrieden. Gerade bei den widrigen Witterungsverhältnissen der letzten Woche habe man gestaunt, dass im hinteren Teil des Rebbergs nichts gerutscht sei, besteht doch dort eine Neigung von 42 Prozent.

Ganz allgemein hätten die Reben – ob jung oder alt – wegen des Wetters keinen Schaden genommen. Allerdings sei alles im Wachstum etwas verzögert, erklären die Produzenten.

Kein Weinbau wegen Krankheiten

Reben wurden in Mellingen bis vor 100 Jahren angebaut. Wegen verschiedener Krankheiten wurde der Weinbau dann aufgegeben.

Heute erreicht man dank der Arbeit mit südländischen Rebstockunterlagen, die dann veredelt werden, gute Erträge. Und heute weiss man aufgrund von Bodenproben auch, welche Art Dünger zum Einsatz kommen muss.

Eine Hektare Rebanlage kostet den Produzenten im Normalfall zwischen 100 000 und 120 000 Franken. «Mit der Strasse, die wir mitten durch den Rebberg im Rai zu ziehen hatten, kommt die Hektare aber noch teurer zu stehen», sagt Walter Deppeler. «Dank dieser Strasse wird die Pflege- und die Erntearbeit erleichtert.»

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