Künten
In Künten kämpfen zwei Kandidaten um den Sitz des Vizeammanns

Maria Schneller und Markus Staubli (beide parteilos) treten zur Wahl für den frei werdenden Sitz des Vizeammanns von Künten an. Der amtierende Vizeammann verzichtet auf die Wiederwahl.

Erna Lang-Jonsdottir
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In Künten kommt es zu einer Kampfwahl um den Sitz des Vizeammanns.

In Künten kommt es zu einer Kampfwahl um den Sitz des Vizeammanns.

Walter Schwager

Die Gesamterneuerungswahlen des Küntener Gemeinderats versprechen, spannend zu werden. Das Besondere: Sowohl die bisherige Gemeinderätin Maria Schneller als auch der neu kandidierende Markus Staubli (beide parteilos) kämpfen am 22. September um den frei werdenden Sitz des nicht mehr antretenden Vizeammanns Emil Meier (SVP).

«Ich habe profunde Kenntnisse über die Gemeinde Künten und bin hier stark verwurzelt», erklärt der 49-jährige Staubli seinen Entscheid, gleich als Gemeinderat und als Vizeammann zu kandidieren. Der Küntener führt aus: «In meinen jungen Jahren war ich in der Feuerwehr, bin seit 16 Jahren Präsident des Männerchors, spiele Theater und war freies Mitglied der letzten Raumplanungskommission.» Zudem sei es lange Zeit Tradition gewesen, dass jeweils ein Gemeinderatsmitglied aus dem Dorfteil Sulz als Vizeammann im Gremium mitwirke, sagt der Key-Account-Manager.

Gemeinderätin Maria Schneller, die per 1. Januar 2011 ihr Amt als Gemeinderätin antrat, will ihre dreijährige Erfahrung neu als Vizeammann einsetzen. Als neuer Gemeinderat müsse man sehr viel lernen, was einiges an Zeit in Anspruch nehme. «Ich hatte dies vor drei Jahren unterschätzt», betont die 57-jährige Ernährungsberaterin. Sie habe genügend Zeit und kenne sich in allen Themenbereichen der Gemeinde aus.

Schüpfer will Gemeinderat werden

Im Gemeinderat Künten ist noch ein weiterer Sitz frei, da der bisherige Gemeinderat Karl Diener (SVP) nicht mehr zur Wahl antritt. Neu kandidiert der 57-jährige Werner Schüpfer (SVP). Der Immobilienmakler wohnt seit 1988 in Künten und ist Vater von zwei Kindern. Anstoss für seine Kandidatur ist die für ihn wichtige Parteipolitik: «Sie soll auch in unserem Dorf Bestand haben. Deshalb habe ich viel zur Gründung der SVP Künten beigetragen.» Als Mitglied der Finanzkommission habe er bereits Erfahrungen gesammelt. Im Gemeinderat mitzuwirken bedeute auch, Einfluss zu nehmen, Vorschläge zu machen und Entscheidungen zu fällen. «Ich habe die Möglichkeit, hier aktiv mitzugestalten, das interessiert mich und darum möchte ich hier mitwirken.»

Maria Schneller und Markus Staubli äussern sich zu den brennenden Fragen in Künten

Am 22. September kommt der Gemeindevertag zwischen Künten und Stetten über die Führung der Mittelstufe 5. und 6. Klasse Primar an die Urne - wie stehen Sie persönlich zu diesem Vertrag?

Maria Schneller: «Ich hoffe, dass der Vertrag zustande kommt und somit die schulische Zukunft aller vier Gemeinden - also Stetten, Künten, Fischbach-Göslikon und Niederwil - im Schulverband gesichert ist. Mit diesem Vernunftsentscheid kann der vorhandene Schulraum ohne kostspielige Neubauten genutzt werden.»

Markus Staubli: «Ich bejahe diesen Vertrag mit Stetten und finde, dass er unbedingt zur Umsetzung kommen sollte. Eine Ablehnung durch das Stettener Stimmvolk käme einem regionalhistorischen Fehler gleich. Wir sind Nachbarn und täten gut daran, unsere gemeinsamen Interessen zu stärken.»

Sollte der Vertrag erneut von den Stetter Stimmberechtigten abgelehnt werden - wie wollen Sie die Primarschule sichern?

Maria Schneller: «Bei einem Stetter ‹Nein› werden wir wahrscheinlich an der Wintergemeinde den Austritt aus dem Schulverband vorschlagen. Die Zukunft der Primarschule erste bis sechste Klasse ist aber bei keiner Variante infrage gestellt. Künten hat für die Primarschule genügend Schulraum, den wir in diesem Fall nutzen werden.»

Markus Staubli: «Als Nicht-Gemeinderat kenne ich nicht alle Fakten dieses Dossiers. Ich weiss aber, dass es einen umsetzbaren Plan B gibt, welcher aber sowohl für Stetten wie auch für Künten nur die zweitbeste Lösung wäre. Jetzt heisst es aber abwarten und keine Polemik verbreiten.»

Und: an welchem Standort sehen sie die Zukunft der Oberstufenschüler aus Künten und weshalb?

Maria Schneller: «Der Gemeinderat wird eine Lösung mit dem Standort Bremgarten genauer verfolgen. So werden auch die Real- und Sekundarschüler von Künten die Schule in Bremgarten besuchen, wie dies schon unsere Bezirksschüler machen. Im jedem Fall werden wir uns aber für die beste Lösung einsetzen.»

Markus Staubli: «Bei der Oberstufen-Schule ist der Kanton die letztentscheidende Instanz. Indirekt ist aber die Beantwortung diese Frage mit dem Abstimmungsresultat in Stetten verknüpft. Wenn möglich sollten die bestehenden Zusammenarbeiten weitergeführt werden, je näher desto besser, weil es dann auch überschaubarer bleibt.»

Wo sehen sie die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde Künten?

Maria Schneller: «Die Raumplanung wird uns in den nächsten Jahren stark beschäftigen, damit Künten gesund weiter wachsen kann. Künten soll ein noch attraktiverer Wohnort werden. Schon heute ist Künten mit einem attraktiven Vereinsangebot sehr lebendig. Dies muss weiter gefördert werden.»

Markus Staubli: «Es gibt viele Entwicklungsmöglichkeiten in Künten und ich bin überzeugt, dass der Steuerfuss alleine nichts über die Attraktivität unserer Gemeinde aussagt. Unsere Gesellschaft muss sich überlegen, wie wir die Generationen zusammenbringen können.»

Welche Ziele werden Sie als Vizeammann primär verfolgen?

Maria Schneller: «Das kommt auf das Ressort an, welches ich innehaben werde. Ich will den Jungen Möglichkeiten offen halten. Wichtig sind mir weiter vor allem die finanzielle Stabilität, Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit. Dies alles im Rahmen der Möglichkeiten, die zulässig sind.»

Markus Staubli: «Als Vizeammann möchte ich mich für eine gute Kommunikation zwischen den Gemeindebehörden, dem Gewerbe, den Vereinen und der Dorfbevölkerung einsetzen. Es ist auch wichtig, dass man sich gut in seine Dossiers einarbeitet, die Mechanismen kennt und sich so solide Entscheidungsgrundlagen schafft. Wer nachhaltig verändern will, muss sein Ressort kennen.»