Stetten
In Stetten soll ein Oberstufenzentrum für Sek und Real entstehen

Um den Schulverband Reusstal zu retten, wollen zwei Gemeinden in Stetten ein Oberstufenzentrum führen. Dies ist aber nur möglich, wenn den Satzungsänderungen zugestimmt wird – ein Geschäft, das zum zweiten Mal auf der Traktandenliste steht.

Erna Lang-Jonsdottir
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Künter Oberstufenschüler sollen in Stetten zur Schule gehen. az/archiv

Künter Oberstufenschüler sollen in Stetten zur Schule gehen. az/archiv

zvg

Die Zukunftsplanung der Schulen Stetten und Künten geht in die nächste Runde: Als Folge des Wechsels auf 6/3 soll in Stetten ein Oberstufenzentrum entstehen. Deshalb beantragen die beiden Gemeinden an ihrer Wintergmeind die Satzungsänderungen für den Schulverband Reusstal, zu dem auch Niederwil und Fischbach-Göslikon gehören. Das Geschäft war bereits an der Sommergmeind im Juni traktandiert, wurde jedoch von Stetten und Künten zurückgezogen, nachdem die Stetter Stimmberechtigten den Schulvertrag über die Führung der 5. und 6. Primarklassen in Künten abgelehnt hatten (s. Text rechts). Nach dem Widerstand der Gruppe Pro Primar Stetten gegen den Schulvertrag gibt es nun Gerüchte, die Mitglieder könnten sich auch gegen die Satzungsänderungen wehren.

Mittelstufenzentrum

Der Schulvertrag zwischen den Gemeinden Stetten und Künten über die Führung der 5. und 6. Klasse der Primarschule in Künten stiess - vor allem bei der Gruppe Pro Primar Stetten - im Vorfeld der Sommergmeind im Juni auf grossen Widerstand. Als der Schulvertrag in Stetten abgelehnt wurde, strichen Stetten und Künten in der Folge die Satzungsänderungen für den Schulverband Reusstal von der Traktandenliste der Sommergmeind. Grund: Ohne Mittelstufenzentrum in Künsten wäre ein Oberstufenzentrum in Stetten nicht möglich gewesen. Nachdem einige Stetter Initianten das Referendum ergriffen hatten, wurde der Schulvertrag am 23. September an der Urne deutlich angenommen. (elj)

Folgen bei einem Nein unsicher

Die Mitglieder der Gruppe Pro Primar «wollen zu dieser Vorlage momentan keinen Kommentar abgeben», sagt deren Sprecherin Stephanie Weber. Gemeindeammann Kurt Diem: «Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Opposition gegen die Satzungsänderung in Stetten geben wird.» Tatsache ist: Die Zukunft des Oberstufenzentrums in Stetten liegt in den Händen der Stetter und Künter. Die Stimmberechtigten von Niederwil und Fischbach-Göslikon haben den Satzungsänderungen bereits an der Sommergmeind zugestimmt.

Ein Nein würde bedeuten, dass die alten Satzungen bestehen bleiben. Das Problem: Bisher führt der Schulverband Reusstal an den drei Standorten Künten, Stetten und Niederwil je eine Oberstufe. Da Stetten und Künten seit Jahren mit tiefen Schülerzahlen kämpfen, macht das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) den Unterricht nur mit Sonderbewilligungen möglich. Mit dem Systemwechsel 6/3 auf das Schuljahr 2014/15 müssen pro Schulstandort mindestens drei Abteilungen geführt werden. Die minimale Klassengrösse in der Sek beträgt 13 Schüler und Schülerinnen; für die Real sind 11 Schüler das Minimum. «Diesen Forderungen können Stetten und Künten nicht erfüllen», betont Diem. Die Schülerzahlen seien zu gering. Die Folgen für den Schulverband bei einer Ablehnung der Satzungsänderungen seien nicht vorhersehbar.

Stetten hat mehr Schulräume

Für den Oberstufenstandort Stetten gibt es mehrere Gründe: «Die Schulanlage Stetten verfügt über mehr Schulräume als Künten», schreibt der Gemeinderat. Die Oberstufe könne in einem separaten Trakt mit genügend Gruppenräumen untergebracht werden. Personelle Konsequenzen? «Die Umstellung auf 6/3 hat für alle Lehrer der Oberstufe im Kanton Konsequenzen», sagt Diem. Dies habe nichts mit dem Schulverband zu tun.

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