Wettingen/Neuenhof
Inbetriebnahme des neuen Schräglifts verzögert sich

Es dauert noch etwas, bis er läuft - der Schräglift in Neuenhof: Fussgänger müssen den Serpentinenweg benutzen, welcher gefährlich abgerutscht war.

Carla Stampfli
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Bewohner der Neuenhofer Siedlung Webermühle und Passanten müssen sich mindestens bis Ende Monat gedulden: Die Arbeiten für den neuen Schräglift sind noch am Laufen.

Bewohner der Neuenhofer Siedlung Webermühle und Passanten müssen sich mindestens bis Ende Monat gedulden: Die Arbeiten für den neuen Schräglift sind noch am Laufen.

Carla Stampfli

Manch ein Passant wird sich wundern, wenn er auf das Bauplakat blickt. «Inbetriebnahme Juli 2016», steht da geschrieben. Doch schaut man sich um, scheint eine Inbetriebnahme nicht unmittelbar bevorzustehen: Abschrankungen grenzen die Baustelle ab, dahinter schauen Bauarbeiter konzentriert auf die Pläne, Baumaterial und Kabel liegen am Boden.

Die Rede ist vom Schräglift, der am Hang zwischen dem Webermühlesteg und der Alberich-Zwyssig-Strasse gebaut wird. Dank des Lifts können Bewohner der Neuenhofer Siedlung Webermühle sowie Passanten in Zukunft die 20 Höhenmeter vom Fussgängersteg an der Limmat zum Bahnhof Wettingen leichter bewältigen. Derzeit müssen sie noch den steilen und sanierungsbedürftigen Serpentinenweg benutzen, der kaum rollstuhlgängig ist und für Gehbehinderte oder Personen mit Kinderwagen nur bedingt tauglich ist.

«Wir rechnen damit, dass der Schräglift Ende August, Anfang September fertiggestellt wird», sagt Simone Britschgi von der Allreal Generalunternehmung AG, welche die Arbeiten ausführt. Im Moment würden die letzten Arbeiten laufen, ab Mitte August erfolgen die Abnahmen sowie die Mängelbehebung. Ende Monat soll dann die Übergabe stattfinden. Doch warum konnte das vorgesehene Inbetriebnahme-Datum nicht eingehalten werden? «Der Baustart verzögerte sich aufgrund der Verhandlungsdauer der Dienstbarkeitsvereinbarung. Er erfolgte unmittelbar nach deren Abschluss», erklärt Massimo Blangiardi, Projektleiter Bauherrentreuhand beim Immobilien-Dienstleister Wincasa. Zu weiteren Verzögerungen sei es aber nicht gekommen.

Stationen greifen Naturthemen auf

Der Schräglift wird die erste öffentliche Standseilbahn im Kanton Aargau sein. Während die Talstation das Thema Wasser aufgreift und in blauen Farben gehalten ist, spiegelt die leicht braun-grüne Bergstation die Farben des Waldes wider. Zudem werden die beiden Stationen in der Nacht aus Sicherheitsgründen beleuchtet sein. «Die Idee dahinter ist, dass die Kuben tagsüber mit der Landschaft spielen und sich optimal in die Umgebung einfügen und nachts durch die Ausleuchtung einen schönen Akzent setzen sowie gut gesehen werden», sagt Miriam Braun von der Architekten Gemeinschaft 4 AG.

Sanierungsprojekt wird aufgegleist

Ist der Schräglift einmal in Betrieb, wird auch der besagte Serpentinenweg saniert. Dies ist auch nötig: Am Pfingstwochenende rutschte der Zickzack-Weg auf einer Länge von rund fünf Metern aufgrund der starken Regenfälle weg – teilweise bis zu 70 Zentimeter. Weil die Sicherheit der Passanten gefährdet gewesen wäre, wies die Gemeinde Wettingen Bauherr Wincasa, der im Rahmen des Bewirtschaftungsvertrags auch für den Unterhalt des Serpentinenwegs zuständig ist, an, diesen kurzzeitig für wenige Tage zu sperren. Das hatte Auswirkungen auf die Anwohner der Werbermühle und die Passanten: Sie mussten den rund 15 minütigen Umweg über die Paul-Fischer-Brücke via Klosterhalbinsel zum Bahnhof Wettingen unter die Füsse nehmen. Die abgerutschte Stelle wurde in der Folge mit einer Brücke abgedeckt. Diese «bleibt als temporäre Lösung bis zur endgültigen Sanierung bestehen. So kann der Zugang zur S-Bahn-Station Wettingen sichergestellt werden», sagt Wincasa-Projektleiter Massimo Blangiardi.

Wann genau und wie der Serpentinenweg saniert wird, ist noch nicht klar: «Zurzeit wird vom Landschaftsarchitekten ein Projekt zur Sanierung ausgearbeitet.» Für weiterführende Informationen sei es aber noch zu früh, fügt Blangiardi an.

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