Wer kennt sie nicht aus den Westernfilmen, die aus Tipis bestehenden Indianerdörfer. Eine der immer wieder gezeigten Szenen: Vor dem grössten Tipi rauchen die Kontrahenten die Friedenspfeife. Dazu ist das Tipi am Limmatufer aber nicht gedacht. «Der Gemeinderat möchte mit dem grossen Zelt auf den Erholungsraum aufmerksam machen», sagt Gemeindeschreiber Daniel Huggler. Das Tipi war ein Begegnungsort der SRF-Sommerserie über die A1 und die auch «Fressbalken» genannte Raststätte Würenlos. Selbst an schönen Tagen sind nicht viele Leute entlang der Limmat unterwegs. Auch die ufernahe offizielle Liegewiese unterhalb des Tipis wird wenig genutzt. Das soll sich ändern: «Das Tipi ist nach Ansicht des Gemeinderates ein idealer – wenn auch vorübergehender – Werbeträger.» Wer auf der Autobahn zwischen dem Anschluss Wettingen Ost und der Raststätte unterwegs ist, kann das Zelt nicht übersehen. Rund 14 Meter ragt es in den Himmel. Gebaut aus Holz und Baumwollmischgewebe passt es, so Huggler, «In das naturbelassene Gebiet».

Ein Steg über die Limmat

Ebenso klar ist für den Gemeinderat, dass das «Tipi spätestens im Sommer entfernt werden muss», sagt Huggler, ansonsten wäre ein Baugesuchsverfahren nötig. Baubewilligungsbehörde wäre zwar die Gemeinde, doch das massgebende Wort hätte der Kanton, weil das Tipi ausserhalb Baugebietes steht.

Ein weiteres Baugesuch für jenes Gebiet könnte aus dem von den Kantonen Aargau und Zürich lancierten Projekt «Landschaftsspange Sulperg-Rüsler» resultieren. «Gemäss Masterplan wird ein Limmatsteg von Würenlos nach Neuenhof geprüft», präzisiert Markus Dieth, Präsident des Planungsverbandes Baden Regio. Sobald wird aber zwischen der Autobahnbrücke Wettingen-Neuenhof, die auch über einen Fussgängersteg verfügt und der Brücke bei Killwangen kein weiterer Steg über die Limmat führen. Zuerst muss abgeklärt werden, ob dies überhaupt möglich ist. «Neuenhof hat im Auftrag der Arbeitsgruppe beim Kanton eine Anfrage zur Genehmigungsfähigkeit eingereicht», sagt Dieth. Falls der Steg gebaut wird, ist er Teil eines Tal-Querweges zwischen Rüsler und Lägern.

Lieber Wurzeln als Velofahrer

Das Limmattal ist momentan einer der am stärksten wachsenden Regionen der Schweiz. Es soll nicht nur Wohn- und Arbeitsort, sondern auch Naherholungsgebiet sein. In den Projekten Metropolitanraum Zürich, Agglomerationsraum Limmattal und Landschaftsspange Sulperg-Rüsler wird dem Schutz der Limmat und ihrer Uferpartien als «blaues Band» grosse Bedeutung zugemessen. So sind Rad- und Spazierwege vorgesehen oder teilweise schon angelegt. Ein Abschnitt ist der wegen der vielen Baumwurzeln Wurzelweg genannte Teil bei Würenlos. «Diesen malerischen Abschnitt will der Gemeinderat möglichst unverändert und naturnah erhalten», sagt Huggler. Deshalb wurde der Veloweg weiter vom Ufer entfernt markiert.