Baden
Indische Ur-Tradition neu entdeckt: Yoga-Lektionen unter freiem Himmel boomen

Diesen Sommer finden an verschiedenen Orten Yoga-Lektionen unter freiem Himmel statt. Die Kombination von körperlicher und geistiger Übung zieht zahlreiche Menschen an.

Salomé Meier (Text und Fotos)
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Zwischen Vogelgezwitscher und dem Rauschen der Limmat findet die Yogalektion im Freien statt
11 Bilder
Yoga im Park stösst auf grosses Interesse
Yoga mitten in der Idylle
Mitten im Grünen, aber trotzdem auf ebenem Grund hier findet Hatha Yoga statt
Child's Pose nennt sich diese Yogapose
Yoga im Park
Die Teilnehmer sammeln Konzentration und Ruhe für ein dynamisches Vinyasa Yoga im Park der Villa Langmatt
Flexibilität ist nur eine der Vorteile von regelmässigem Yoga
Das Vinyasa Yoga mit Michaela Biedenweg findet in malerischer Landschaft statt
Beim griechisch-antiken Badhaus der Villa Boveri lässt sich in Ruhe meditieren
Diese Pose ist so schwierig wie ihr Name Eka Pada Raja Kapotasana

Zwischen Vogelgezwitscher und dem Rauschen der Limmat findet die Yogalektion im Freien statt

Salomé Meier

«Es scheint unser Zeitgeist zu sein», antwortet Yogalehrerin Micheline Hinse auf die Frage, weshalb diese uralte indische Tradition, Yoga, wohl gerade heute so populär wie nie zuvor ist.

«Viele Menschen sind heutzutage immer erreichbar und beruflich stark gefordert, selbst die Freizeit soll gut geplant sein und möglichst sinnvoll genutzt werden. Sie verlieren sich selbst in ihrem dichten Alltag.»

Gerade in einer solchen Zeit der kollektiven Rastlosigkeit, erklärt die gebürtige Holländerin, sei die Rückbesinnung auf den eigenen Körper, auf eine bewusste Atmung und innere Ruhe von besonderer Bedeutung.

Yoga verspricht denn genau das: Der Begriff Yoga kann mit «Vereinigung» übersetzt werden, und meint die Vereinigung von Körper und Seele zur Sammlung von Konzentration und Erhöhung des Bewusstseins.

Micheline Hinse sitzt am Rand des in antikem Stil gehaltenen Badehauses der Villa Boveri, wo sie bis eben mit einer kleinen Gruppe von Teilnehmern Hatha Yoga praktiziert hatte.

Die eineinhalbstündige Lektion unter freiem Himmel war begleitet vom Rauschen der Limmat, Vogelgezwitscher und zwischendurch dem Läuten von Kirchenglocken. Ansonsten ist es überraschend ruhig.

Diese Ruhe war es wohl auch, die eine ideale Umgebung für die meditative, aber zugleich dynamische Yogalektion bot.

Jede Stunde ist anders

Die Yogalektionen von Urban Yoga am Montagabend haben sich schon deutlich eher herumgesprochen. Rund 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer breiten an diesem schönen Sommerabend ihre Yogamatte im Park der Villa Langmatt um Yogalehrerin Michaela Biedenweg aus: Rekord für die Veranstalter.

Bereits seit 2011 organisiert DO Yoga aus Rieden die Sommer-Yogalektionen unter freiem Himmel in den schönsten Pärken der Stadt. Dabei übernehmen verschiedene Yogalehrerinnen aus der Region jeweils die Lektionen, wodurch jede Stunde anders ist.

«Man tut etwas Gutes für sich, kann mit Freunden oder Partner ein schönes Yoga-Erlebnis geniessen und lernt verschiedene Stile und Lehrer der Region kennen», erklärt Christian Huber von DO Yoga.

Dieses Mal unterrichtet Michaela Biedenweg Vinyasa Yoga, eine Variation des Hatha Yoga, welche jedoch mit mehr «Flow», also fliessenden Bewegungen und Übergängen, praktiziert wird.

Nach dem ersten Arbeitstag in der Woche hilft die Yogastunde «runterzufahren», sagt Michaela Biedenweg, welche sich neben Hatha Yoga auf Businessyoga spezialisiert hat. Das Schöne an den Lektionen von Urban Yoga ist, dass der gesamte Erlös jeweils an eine gemeinnützige Organisation geht.

Dieses Jahr ist es das Schweizer Hilfswerk «Women’s Hope International», welches sich dafür einsetzt, dass Frauen in Afrika und Asien bei Geburten betreut und Geburtsfolgekrankheiten wie Fisteln behandelt werden.