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Influencerin wider Willen: Die gebürtige Badenerin Sophie Scaramuzza feiert mit ihrem Backblog «lalaSophie» Erfolge

«Back dich glücklich» – nach diesem Motto schaffte sie es sogar schon ins Fernsehen. Sophie Scaramuzza stellt pro Woche ein bis zwei Rezepte mit Bildern zum Nachmachen auf ihren Blog. möglichst einfach soll es sein

Sophie Scaramuzza drückt das Wallholz auf den Teig und rollt es so lange hin und her, bis er drei Millimeter dick ist. Dann sticht sie kleine Sternförmchen aus und legt sie sorgfältig nebeneinander aufs Backblech. Der Geruch von Lebkuchen strömt durch die Nase, der gerade frisch aus dem Ofen gekommen ist. Ihr 10-jähriger Sohn Noah schnappt sich schnell noch ein Stück, bevor er in die obere ­Etage verschwindet. Das dreistöckige Haus mitten in Spreitenbach hat sich Sophie einst mit ihrem Ex-Mann gekauft. Jetzt lebt sie mit ihrem neuen Partner Thomas hier. Mit ihm hat sie den 11 Monate alten Lias. Die Patchworkfamilie funktioniert bestens.

«Back dich glücklich» steht auf dem Backblog «lalaSophie», den die 35-Jährige seit acht Jahren führt. Und das ist nicht nur ein Slogan. «Backen macht wirklich glücklich. Die Arbeit mit den Händen, die feinen Düfte. Und dann die Freude, wenn etwas besonders gut gelungen ist.» Sophie stellt pro Woche ein bis zwei Rezepte mit Bildern zum Nachmachen ins Netz. Ihr Prinzip: Je einfacher, desto besser. «Ich denke beim Kreieren meiner Rezepte immer auch an berufstätige Mütter wie mich, die wenig Zeit haben», sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Mutter, Feuerwehr, zwei Jobs und der Backblog

Sophie arbeitet seit 13 Jahren als Videoeditor beim Schweizer Fernsehen SRF. Wegen der Kinder hat sie auf 50 Prozent reduziert. Zudem betreut sie als Geschäftsleitungsmitglied des Badener Unverpackt-Ladens «ohne.ch» unter anderem den Onlineshop, sämtliche Social- Media-Auftritte und springt auch ab und zu im Verkauf ein. Dem nicht genug, ist Sophie auch noch in der freiwilligen Feuerwehr ihres Wohnorts Spreitenbach und in der Betriebsfeuerwehr ihres Arbeitgebers. Zwei Jobs, Familie, Blog und Freiwilligenarbeit: Wie bringt Sophie das alles unter einen Hut? «Ich muss aktiv sein. Wenn ich zur Ruhe komme, fange ich an zu studieren und laufe Gefahr, krank zu werden», erzählt die gebürtige ­Badenerin, die in Wettingen aufwuchs. Vor einigen Jahren wurden bei ihr schwere Depressionen diagnostiziert. Mittlerweile ist sie wieder wohlauf, kennt aber ihre Schwachpunkte genau. Wo lädt sie ihre Batterien? «Beim Spielen mit den Kindern. Das tut mir wahnsinnig gut. Zudem schlafe ich viel», sagt Sophie. Auf ihrem linken Arm prangt ein riesiges Tattoo. Es ist eine Rose, auf der steht «La vita è bella».

Die Bloggerin könnte viel Geld verdienen

Backen war schon immer die grosse Leidenschaft von Sophie. Sie probierte regelmässig neue Rezepte aus und sämtliche Kollegen, Freunde und Familienmitglieder kamen in den Genuss von ihren selbst gemachten Kuchen und Guetzli. «Irgendwann hatte ich die Idee, meine Passion mit der Öffentlichkeit zu teilen. Ich kreierte einen Blog und gab ihm den Namen lalasophiebackt.ch. Das ‹lala› steht vor meinem Namen, weil ich früher in verschiedenen Rockbands sang.» Bald hatte sie eine grosse Fangemeinde. 2016 und 2017 wirkte sie in zwei Staffeln der SRF-Serie «Ivo und die Backdetektive» mit. Dadurch erhöhte sich der Bekanntheitsgrad von Sophie enorm.

Gemäss der Followerzahlen auf Social Media gilt sie als Influencerin und macht auch Werbung für Produkte, die sie selber nutzt. Allerdings nur sehr wenig. Sophie könnte viel Geld scheffeln, denn sie ist als Werbebotschafterin sehr gefragt. «Aber ich will meine Seele nicht verkaufen und authentisch bleiben. Es wird sehr viel manipuliert im Influencer-Business. Zum Beispiel mit Fake Followern und Fakewerbung. Damit will ich nichts zu tun haben», sagt sie bestimmt.

Sophies Lebensmotto lautet «#meh Liebi»: «Wenn wir alles mit etwa mehr Liebe machen würden, ginge es uns selber und allen anderen Menschen besser.» Sie arbeitete lange ehrenamtlich für die Pfarrer-Sieber- Stiftung. Auch in ihren Backwaren stecken viel Sorgfalt und Liebe. Sophie strahlt, wenn sie vom Magenbrot erzählt, das sie kürzlich nach einem alten Basler Rezept kreiert hat. Oder ihre Schokoladensterne begutachtet, die während des Interviews entstanden sind. Ist sie eine Naschkatze? «Ja. Aber wenn ich den ganzen Abend backe und den Duft von Süssem in der Nase habe, brauche ich als Ausgleich einen Cervelat.»

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