Die grobe Geschwindigkeitsüberschreitung eines Junglenkers sorgte letzte Woche für Aufregung. Der 18-jährige Iraner war mit 135 Stundenkilometern auf der Neuhofstrasse in Baden unterwegs, erlaubt wären 60.

Auch die SVP ist auf den Fall des Badener Rasers aufgmerksam geworden. Für den SVP-Fraktionspräsident Andreas Glarner ist klar, wie mit dem Junglenker umgegangen werden soll. In einem Beitrag von Tele M1 spricht er sich für dessen Ausschaffung aus: «Er muss aufgrund des Straftatbestands und des Strafmasses ausgeschafft werden, das soll auch eine exemplarische Wirkung für Andere haben.»

Damit ist  Jonas Fricker nicht einverstanden. Auch ihm ist klar, dass der junge Mann einen «riesen Seich» gemacht hat. Der Präsident der Aargauer Grünen war absolut schockiert, als er vom Vorfall hörte. Ein solcher Raser sei eine Katastrophe und müsse hart angepackt werden.

Eine Ausschaffung findet Fricker aber doch zu hart. «Ich persönlich finde, er muss nicht ausgeschafft werden. Er ist erst 18 Jahre alt und ich gebe ihm das Potenzial, dass er sich an unsere Gesetze hält.»

Ob der Iraner ausgeschafft wird, entscheiden nicht die Richter, sondern das Migrationsamt. Für Anwalt Kenad Melunovic ist eine Ausschaffung unwahrscheinlich: «Ich gehe nicht davon aus, da gibt es eine gesetzliche Unschärfe zwischen dem Strassenverkehrsgesetz und dem Ausländergesetz. Es müssen noch ganz viele Sachen in Betracht gezogen werden, beispielsweise die Integration und die familiären Verhältnisse des jungen Mannes.»

Das Schicksal des Rasers ist noch ungewiss, seinen VW-Golf ist er aber schon los, die Staatsanwaltschaft hat das Auto eingezogen.