Mache aus der Not eine Tugend: So entstand der Verein pro Inox nach der Schliessung der gleichnamigen Musik-Bar. Sein Ziel: Live-Musik in der Stadt Baden realisieren und fördern. In sechs Jahren wuchs eine beliebte Konzertreihe heran – erst im «Ventil» am Schulhausplatz (heute Kiste-Club), dann im Jugendkulturlokal Merkker.

Zur neuen Saison, die am Sonntag startet, hat der Verein einiges umgekrempelt. Man löst sich von der festen Spielstätte «Merkker» und agiert neu als freier Veranstalter in ganz Baden. «Letztlich haben wir erneut aus der Not eine Tugend gemacht», sagt Nico Schulthess, Co-Leiter des Inox-Teams. Denn das «Merkker» schliesst per Ende Jahr und das «Werkk» wird erst nächsten Sommer neu eröffnet.

Für die neue Saison musste eine klare Situation her. «Wir wollten eine langfristige und nachhaltige Lösung», begründet Nico Schulthess die Konzeptänderung. Zukünftig findet die Konzertreihe «Inox-Live» also in verschiedenen Lokalen statt: Royal, Stanzerei, Frau Meise, Merkker, Nordportal Fjord und Halle. 

«Wir haben schon länger damit geliebäugelt», sagt Nico Schulthess. «Inox-Live» sei zunehmend als Merkker-Veranstaltung wahrgenommen worden, man erreichte vor allem noch junges Publikum. Man wolle aber mit einem vielfältigen, breiten Musik-Angebot verschiedene Zielgruppen ansprechen, so Schulthess. «Wir machen etwas für Musikbegeisterte – von 16 bis 65 Jahren.» Das entspreche auch dem von der Stadt und dem Aargauer Kuratorium unterstützten Auftrag des Vereins: die Förderung von Live-Musik in ganz Baden. Mehr und mehr will man nun in die Stadt hineinwachsen.

Offenes Mikrofon für alle

Das neue Konzept bringt den Veranstaltern mehr Flexibilität, die Konzerte im jeweils passendsten Lokal zu organisieren – ob für 30 oder für 800 Zuhörer. «Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, sondern der Stadt etwas zurückgeben», betont Nico Schulthess. «Wir verstehen es als symbiotische Zusammenarbeit, mit der wir Live-Musik in Baden fördern.» Dazu gehören auch weiterhin die regelmässigen Jamsessions. Ab Dezember wird das Angebot mit einem «Open Mic» ergänzt, voraussichtlich in der «Unvermeidbar». Hier sollen Songwriter – spontan oder eingeladen – im kleinen Rahmen am «offenen Mikrofon» ihre Musik vorstellen können.

Bereits nächsten Sonntag startet die Konzertsaison – mit einem Highlight. Das Quintett «Go Go Berlin» bringt Rock, Attitüde und Aussehen der 70er ins «Royal». Den hochgelobten dänischen Newcomern wird eine grosse Karriere vorhergesagt. «Im Fokus stehen nach wie vor musikalische Entdeckungen», sagt Schulthess zum Programm, die Mischung aus grossen und kleinen Veranstaltungen spiele sich gegenseitig in die Hände. So ist das Konzert von «Lo & Leduc» am 11. Dezember ein weiterer Höhepunkt. Nico Schulthess schwärmt: «Es ist toll, dass wir einen solch bekannten Schweizer Act im kleinen und ästhetisch einzigartigen Rahmen im Royal präsentieren können.»