Während es draussen zu schneien begann, fanden am Samstagabend mehr und mehr Leute Unterschlupf im Fjord. «Baum» heisst der Act des Abends. «Kingdom of the Upright Man» heisst sein neuestes Album, das er an diesem Abend in neuer Bandformation präsentiert: Tobias Suter (Schlagzeug) und Michael Baumann (Keyboard) lernte der Basler Singer/Songwriter letzten Sommer an einem Konzert an der Badenfahrt kennen, wo er selber spielte. Kurzerhand holte er die Badener für sein neuestes Projekt an Bord. An diesem Abend geben sie erst das zweite Mal ein Konzert zusammen. Davon merkt man als Zuschauer jedoch nichts. Die vier Musiker um Christoph Baumgartner wirken so eingespielt wie ein altes Team. Und doch spielen sie mit dem Enthusiasmus jener jungen Bands, die eben entdeckt haben, dass sie für dieselbe Musik brennen und sich gegenseitig inspirieren.

Jedes Lied der elf neuen Songs, die Baum letztes Jahr in gerade mal zwei Wochen in einem Studio in New York geschrieben und aufgenommen hatte, ist auf seine Weise einzigartig. Der Stil von «Kingdom of the Upright Man» ist in seinen Worten «dunkler, härter» und auf jeden Fall rockiger als etwa einer seiner populärsten Popsongs «Home One Day». «Dieses Album ist Ausdruck meiner Persönlichkeit», erzählt Baum im Anschluss, «für das Radio sind die Lieder teilweise zu lang, zu rockig, aber genau darum geht es: In diesem Album bin ich mir selber treu geblieben.»

Viele Jahre war Baum ohne Band unterwegs. Nachdem er vor bald 15 Jahren seinen Moderatorenjob beim SRG an den Nagel gehängt hatte, machte er sich einen Namen als Singer/Songwriter, der mit seiner Akustikgitarre die Welt bereiste: Als Eröffnungsact war er mit Van Morrison und dem John Butler Trio auf Tournee, in Irland und den USA gab er zahlreiche Konzerte. Sein neues Album «Kingdom of the Upright Man» ist anders als seine vorherigen Platten. «Beim Schreiben der Songs hatte ich immer schon das Schlagzeug im Ohr», erzählt Baum. Die Lieder entfalten sich durch die elektrische Gitarre, den Bass, das Schlagzeug. Die Studioaufnahme des Titelsongs bestehe gar aus 23 elektrischen Gitarren, zwei Bässen und drei Schlagzeugen. Dass das neue Album ein Novum in Baums musikalischem Schaffen ist, macht insbesondere das Lied «Buffalo» deutlich: «Es war das erste Lied, dass ich in New York geschrieben habe und ist sehr wichtig für mich und die weiteren Lieder», erklärt Baum. «I’ve changed» lautet der Refrain des Liedes, welches Baum nun als stilisiertes Tattoo auf seinem Unterarm trägt.