Baden

Integration: Die Stadt stellt die eigenen Angebote ein

Der Stadtrat hat dem Einwohnerrat die «Leitlinien für die Integrationspolitik der Stadt Baden» unterbreitet.

Der Stadtrat hat dem Einwohnerrat die «Leitlinien für die Integrationspolitik der Stadt Baden» unterbreitet.

Die Stadt Baden richtet ihre Integrationsförderung neu aus – und stellt dabei die eigenen Angebote ein. Die Fachstelle Integration soll in der neuen Funktion Verwaltung und Institutionen unterstützen.

Seit 1995 engagiert sich die Stadt Baden mit einer eigenen Fachstelle in der Integrationsarbeit; damals gab es noch keine zusammenhängende Integrationspolitik von Bund und Kanton. Daraus ging ein Netzwerk mit 66 Sprachverständigen für interkulturelles Dolmetschen und Vermitteln hervor. Dieses Netzwerk gibt es seit einem Jahr nicht mehr, denn der Kanton bezieht die Dolmetsch-Dienstleistungen neu für das ganze Kantonsgebiet von der Heks Linguadukt. «KombiNation», ein niederschwelliges, integrationsförderndes Angebot der Abteilung Jugendarbeit im Brisgi (Kappelerhof), ist ebenfalls eingestellt respektive reduziert worden.

Jetzt richtet die Stadt ihre Integrationsförderung neu aus und hat für die Integrationspolitik Leitlinien ausgearbeitet, die es als solche bislang nicht gab. Gleichzeitig stellt sie aber ihre eigenen Angebote der Integrationsförderung ein.

Fachstelle wird reduziert

Der Stadtrat hat dem Einwohnerrat die «Leitlinien für die Integrationspolitik der Stadt Baden» unterbreitet. Er wird am Montagabend darüber diskutieren und darüber befinden. Aufgrund der neuen Ausrichtung wird die Fachstelle von rund 130 auf 85 Stellenprozente reduziert. «Die Stadt wird künftig ihre Dienstleistungen so erbringen, dass sie integrationsfördernd wirken», schreibt der Stadtrat in seiner Vorlage.

Weiter hält er fest, dass diese Neuausrichtung kostenneutral sei. Die Fachstelle Integration verlagert ihre Tätigkeit damit von eigenen Leistungen zur Beratung und Unterstützung der Arbeit des Stadtrats, der Verwaltung und Dritter (Institutionen und Fachstellen, die mit der Stadt zusammenarbeiten).

«Mit diesen Leitlinien, die nach den Vorgaben des Bundes verfasst worden sind, werden Rolle und Funktion unserer Fachstelle Integration geklärt», erklärt Stadträtin Daniela Berger. Zuständig für die Integration ist die Abteilung KJF (Kinder Jugend Familie). Auch wenn man dem Papier einen sehr theoretischen Charakter zuordnen will, so werde es die generelle Haltung der öffentlichen Verwaltung und der Institutionen, mit der die Stadt zusammen arbeite, definieren, so Berger.

«Im Gegensatz zu vorher, als die Fachstelle Integration noch einen breiten Angebotskatalog betrieb, wird die Stadt künftig ihre Integrationspolitik als Querschnittsaufgabe betrachten und keine eigenen Angebote mehr machen», sagt Berger.

In seiner Vorlage unterstreicht der Stadtrat, dass es bei der Integration nicht nur um Ausländer mit längerer Aufenthaltsperspektive gehe, sondern um die gesamte Bevölkerung, Menschen jeden Alters, jeder Gesundheit sowie sozialer und nationaler Herkunft.

Die Aufgabe der Fachstelle Integration wird es sein, die betreffenden Verwaltungsstellen in deren Handeln zu unterstützen, indem sie unter anderem beim Verfassen von Formularen, Merkblättern oder Reglementen Unterstützung leistet.

An der Grundeinstellung des Stadtrats ändere sich mit den neuen Leitlinien nichts, sagt Berger. «Wir halten daran fest, dass Integration gegenseitige Anstrengungen voraussetzt. In diesem Sinne fordern und fördern wir die Eigenverantwortung aller Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt, in ihrer gesamten Vielfalt.»

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