Der Boden vibriert unter dem starken Bass, während der Ton der Mundharmonika der Musik einen melancholischen Touch verleiht: Am 25. November spielt die Badener Popband Al Pride im Nordportal. Es ist der Abschluss einer ausgiebigen Tour durch die Schweiz, Deutschland und Österreich.

Um das Heimkommen auch richtig zu feiern, stehen neben der fünfköpfigen Band auch vier Gastmusiker mit auf der Bühne. Darunter zwei Mitglieder der regionalen Band One Sentence Supervisor, aber auch der bekannte Rapper Pablo Vögtli. Doch dabei bleibt es nicht. Denn neben Musik erwartet die Besucher auch ein kreatives Rahmenprogramm: Ganz besonders macht diesen Abend die Fotoausstellung von Pascal Küng mit Aufnahmen der Band.

Al Pride spielt am Freitag in Nordportal Baden, gleichzeitig stellt Pascal Küng Fotos der Band aus.

Al Pride spielt am Freitag in Nordportal Baden, gleichzeitig stellt Pascal Küng Fotos der Band aus.

Der passionierte Fotograf hat die fünf Musiker bei der Entstehung ihres neusten Albums «Hallavara» und auf der Tour durch Europa fotografiert. «Aber eigentlich begleite ich die Band schon seit sieben Jahren: Ich bin das visuelle Auge von Al Pride», sagt Küng.

Doch jetzt traute sich der 29-Jährige, die Band abseits der Showbühne zu fotografieren. Denn für die Entstehung des neusten Albums zog sich die Badener Band im Frühjahr in ein Landhaus am Meer im schwedischen Küstenort «Hallavara» zurück. Dort produzierten die Musiker zusammen mit ihrem Produzenten abseits der sterilen Studiowände das gleichnamige Album mit zehn Songs.

Intime Momentaufnahmen

Fünf Wochen verbrachte die Band in der nordischen Felslandschaft. Küng reiste für vier Tage zu ihnen und lichtete die Bandmitglieder während und nach den Proben ab. «Es sind sehr intime Momentaufnahmen entstanden», erklärt Küng.

Ihn faszinieren neben der Musik auch das Zusammenspiel und die Dynamik unter den Bandmitgliedern. «Ich habe selten so eine gute Chemie in einer Band erlebt. Al Pride ist wie eine grosse Familie», sagt Küng. Denn der Fotograf aus Bremgarten lichtet auch andere Bands aus der Badener Musikszene ab.

«Das ist aber wirklich das erste Mal, dass ich eine Band so nah und privat zeige.» Möglich sei dies, weil man sich gegenseitig blind vertraue. Geld verdient Küng, der noch studiert, mit diesen Fotos aber nicht. «Ich fotografiere die Band aus purer Leidenschaft.»

Langjährige Freundschaft

Seit der Kindheit kennt Küng die beiden Bandmitglieder und Brüder Nico und Luk Schulthess. «Wir gingen als Kinder zusammen in die Schule», sagt Küng. Es waren auch die beiden, die Küng anfragten, ob er ihre ersten Konzerte fotografieren wolle. «Das hat sich dann verselbstständigt und jetzt gehöre ich irgendwie dazu», sagt Küng und lacht.

Um einen Kontrast aufzubauen, stellt Küng heute aber nicht nur die idyllischen Bilder aus Schweden aus: Auch ausgewählte Konzertaufnahmen erwarten die Besucher. Küng: «So entsteht ein visuelles und inhaltliches Spannungsfeld.»