Remetschwil
Investor aus Wohlen baut Remetschwiler Zentrum um

Eine Überbauung mit 15 Wohnungen soll entstehen und Senioren wie auch junge Menschen ansprechen. «Mit der neuen Überbauung wird das Dorfzentrum belebter«, ist sich der Investor sicher.

Erna Jonsdottir
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Das Dorfzentrum von hinten: Das ehemalige Volg-Gebäude wird abgerissen (l., das Restaurant zur Post (r.) saniert.

Das Dorfzentrum von hinten: Das ehemalige Volg-Gebäude wird abgerissen (l., das Restaurant zur Post (r.) saniert.

Erna Jonsdottir

Die Gemeinde erhält ein attraktives Dorfzentrum, ohne dass sie sich finanziell engagieren muss: Der Investor Karl Nydegger aus Wohlen hat das Restaurant zur Post erworben. Das Restaurant aus dem Jahr 2012 wird nicht nur von aussen saniert. Nydegger hat es komplett aushöhlen lassen.

Nebst einem Restaurant, einer Bar sowie einer Raucher-Lounge gibt es drei Wohnungen. «Ich habe einen Pächter, der den Gasthof ab Juni betreiben wird», erklärt er.

Damit nicht genug: Nach der Ermächtigung der Stimmberechtigten an der letzten Wintergmeind hat Nydegger der Gemeinde die Parzelle 224 – direkt hinter dem Restaurant, im Dorfzentrum – für 520 000 Franken abgekauft.

Ein gutes Geschäft für die Gemeinde: 2007 hatte sie der Landi die Parzelle mit dem ehemaligen Volg- und später Maxi-Laden sowie der alten Nähschule für 420 000 Franken bezahlt.

15 Wohnungen und Dorfladen

Auf der Parzelle 224 will Nydegger eine Überbauung mit fünfzehn 1,5-Zimmer- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen realisieren. Das Zielpublikum soll durchmischt sein. «Ziel ist es, Alters- und Erstwohnungen zu vermieten», erklärt Nydegger.

Zudem sei angedacht, dass ein Teil der kleinsten Wohneinheiten an Wanderarbeiter während eines Arbeiteinsatzes in der Region vermietet werden können. Und: Im Gebäude wird es eine Gewerbefläche geben.

«Der Gemeinderat hätte gerne, dass dort ein Dorfladen betrieben wird.» Der letzte Laden sei zwar nicht rentabel gewesen. «Obschon der Pächter der Gemeinde keine Miete bezahlt hat.»

Doch Nydegger ist zuversichtlich, dass sein Konzept funktioniert: «Mit der neuen Überbauung wird das Dorfzentrum belebter. Die Seniorinnen und Senioren in den Alterswohnungen profitieren vom Gasthof und vom Laden ganz in der Nähe, genauso wie die Wanderarbeiter und die jungen Menschen.»

Sollte der Laden trotzdem nicht rentabel sein, wird Nydegger die Fläche in ein Büro oder eine Wohnung umfunktionieren. Über die Kosten der Restaurant-Sanierung sowie das Kostendach für die Überbauung wollte Nydegger keine Auskunft geben. «Es wird doch immer teurer, als man denkt.»

Mit der Überbauung muss sich Nydegger jedoch noch gedulden. Wie das BT gestern berichtet hat, befinden sich im Obergeschoss des ehemaligen Volg-Ladens derzeit die Tagesstrukturen der Gemeinde.

Da diese auf das Schuljahr 2016/17 in den umgebauten Kindergarten umziehen sollen, darf Nydegger das alte Volg-Gebäude erst im Sommer 2016 abbrechen. «Die Überbauung soll Ende 2017 bezugsbereit sein.»

Aus diesem Grund sei er darauf angewiesen, dass das Bewilligungsverfahren ohne grosse Hürden über die Bühne gehe. Da sich die Parzelle 224 im Dorfkern befindet, könne der Gemeinderat im Baugesuchsverfahren sehr aktiv auf die künftige Gestaltung Einfluss nehmen.

Nydegger ist guten Mutes: «Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde verläuft bisher sehr gut.» Er sei auch davon überzeugt, dass die Gemeinde hinter dem Projekt stehe.

«Der Gemeinderat ist sehr angetan von diesem Überbauungskonzept», bestätigte er bereits in seiner Broschüre zur Wintergmeind 2014. Gemäss Offerten hätte die Sanierung des Volg-Gebäudes sowie der Nähschule die Gemeinde rund 70 000 Franken gekostet.

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