Der Badener Einwohnerrat versenkt unter bürgerlicher Regie in seinem kurzsichtigen Spar-Fimmel ein im wahrsten Sinne des Wortes verbindendes Projekt, den Mättelisteg, in der Limmat. Damit folgt er dem kläglichen Beispiel der Gemeinde Obersiggenthal. Offenbar war sich die Mehrheit des Einwohnerrates nicht bewusst, dass man vor rund zehn Jahren für die «Aufwertung des Limmatraums» und einen Entwicklungsrichtplan zusammen mit der Gemeinde Ennetbaden einiges an Geld investiert hatte. Sogar ein SVP-Einwohnerrat hatte sich damals für Sitzstufen an der Promenade eingesetzt – für einen attraktiven Limmatraum, wenn das Bad endlich steht. Doch dieses braucht über zehn (!) Jahre, bis es die Amtsmühlen passiert hat. Ennetbaden fühlt sich zu Recht vor den Kopf gestossen. Sie investiert seit längerem viel Geld ins Bäderquartier, während die Stadt auf der Badener Seite keinen Stein auf den andern gesetzt hat. Ist nun auf Baden tatsächlich kein Verlass mehr? Wenn dem so ist, dann müssen im gleichen Zug alle ehrgeizigen Fusionspläne begraben werden – zusammen mit dem «Badener Geist».