Baden
Jagd der Stadtpolizei auf Kleinkriminelle fällt dem Sparen zum Opfer

Nach der Spardebatte stand fest: Die Stadtpolizeien Baden und Brugg erhalten vom Kanton kein Geld mehr für Ermittlungen gegen Kleinkriminelle bei Deliktsbeträgen bis 5000 Franken. Das Badener Korps ist enttäuscht, weil es eine Lieblingstätigkeit sei.

Pirmin Kramer
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Die bisher stadtpolizeilichen Ermittlungen bei «kleinen» Delikten durch Kleinkriminelle sollten meistens Diebstähle oder Sachbeschädigungen aufklären. (Symbolbild).

Die bisher stadtpolizeilichen Ermittlungen bei «kleinen» Delikten durch Kleinkriminelle sollten meistens Diebstähle oder Sachbeschädigungen aufklären. (Symbolbild).

Keystone

Das Sparpaket des Kantons hat auch Auswirkungen auf Baden – genau genommen auf die Stadtpolizei. Der Grosse Rat hat diese Woche beschlossen, sie ab 2015 nicht mehr für die kleinkriminalpolizeilichen Tätigkeiten zu entschädigen (az vom 2. Juli). Die Stadtpolizei hatte diese Aufgabe bisher von der Kantonspolizei übernommen, ebenso die Stadtpolizei Brugg.

Pro Jahr erhielten die beiden Korps vom Kanton gemeinsam 250 000 Franken, wovon der grössere Teil nach Baden floss. Zu den Aufgaben zählen insbesondere Ermittlungen bei Delikten mit geringer Deliktsumme durch Kleinkriminelle, wie Badens Polizeichef Martin Brönnimann sagt. Konkret ermittle die Stadtpolizei, wenn es zu Diebstählen oder Sachbeschädigungen bis zu einem Deliktbetrag von 5000 Franken kam, oder bei geringfügigem Besitz von Betäubungsmitteln zum Eigenkonsum – so ist es im Dekret über die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit festgelegt.

Wer künftig ermitteln wird, wenn beispielsweise in einem Badener Warenhaus ein Schmuckstück gestohlen wird, stehe noch nicht fest, sagt Martin Brönnimann. «Wir sind einerseits enttäuscht, dass wir nicht mehr entschädigt werden, und gratis wollen wir diese Dienstleistung für den Kanton künftig nicht erbringen.» Andererseits zählten die kriminalpolizeilichen Tätigkeiten zu den Aufgaben, die Polizisten besonders gerne ausüben. «Insofern ist unser Interesse gross, auch künftig ermitteln zu dürfen. Weil unser Korps diese Arbeit leisten will und kann, hoffen wir auf eine einvernehmliche Verhandlungslösung», sagt Brönnimann.

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