Tötungsdelikt in Fislisbach
Jäger waren nur 200 Meter entfernt

Als der 17-jährige Aargauer im Wald von Fislisbach einen 18-Jährigen tötete, war ein Jäger keine 200 Meter vom Tatort entfernt.

Dominic Kobelt
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Im Wald von Fislisbach AG ist am Dienstagabend ein 18-jähriger Schweizer umgebracht worden. - Das Bild zeigt die Spurensicherung bei der Arbeit am Mittwochmorgen.
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Die Spurensicherung am Morgen nach der Tatnacht an der Arbeit am Tatort.
Das Tötungsdelikt ereignete sich im Waldstück "Rüsler", beim Hagibuechplatz.
Tötungsdelikt Fislisbach
Das Waldstück gehört zu Fislisbach, einer Gemeinde mit rund 5500 Einwohnern.
Die Polizei sperrte das Gebiet um den Tatort am Dienstagabend grossräumig ab und nahm die Fahndung nach der Täterschaft auf.
Der Polizei gelang es nach wenigen Stunden, den mutmasslichen Täter, einen 17-jährigen Schweizer, zu ermitteln und ihn im Elternhaus festzunehmen.
Es handelt sich um den 17-jährigen S.N., einem Lernenden und ehemaligen Jungschützen.
Der Tatort im Fislisbacher Waldstück "Rüsler" liegt zirka 150 Meter von der Sportanlage Esp entfernt.
Der mutmassliche Täter hat die Schussabgabe gestanden. Er wie auch das Opfer sind Schweizer mit Wohnsitz in der Region. Im Bild: Autos von Ermittlern. Hinten im Waldstück sind Mitarbeiter der Spurensicherung erkennbar.
Die Polizei sucht aktuell nicht nach weiteren mutmasslichen Tätern. - Im Bild sind Mitarbeiter der Spurensicherung erkennbar.
Der Kriminaltechnische Dienst nahm in der Nacht auf Mittwoch die Spurensicherung auf.
Die Spurensicherung ist am Mittwoch am Tatort nach wie vor im Einsatz.
Noch ist unklar, wie viele Schüsse der mutmassliche Täter auf das Opfer abgegeben hat. Klar ist: Es hat mehrere Schussverletzungen erlitten.
Motiv und Tathergang sind noch unklar.
Die Spurensicherung am Morgen nach der Tatnacht an der Arbeit am Tatort.
Die Spurensicherung am Morgen nach der Tatnacht an der Arbeit am Tatort.

Im Wald von Fislisbach AG ist am Dienstagabend ein 18-jähriger Schweizer umgebracht worden. - Das Bild zeigt die Spurensicherung bei der Arbeit am Mittwochmorgen.

Keystone/Urs Flüeler

Als am Dienstagabend kurz vor 20 Uhr bei der Kantonspolizei Aargau der Notruf einging, dass in Fislisbach ein Mann im Wald Boden liegt, war ganz in der Nähe die Jagdgesellschaft Fislisbach unterwegs, wie heute ein Jäger gegenüber der az bestätigt.

Die Einsatzkräfte der Kantonspolizei Aargau fanden kurz darauf im Wald von Fislisbach, in der Nähe des Hagibuechplatzes, das Opfer, einen 18-jährigen Schweizer aus der Region, tot auf. Der von der az kontaktierte Jäger war rund 200 Meter vom Fundort des Opfers entfernt.

Weil auch ein Jagdunfall ein denkbares Szenario gewesen wäre, wurden die Jäger durch die Kantonspolizei befragt, bis etwa um 0.30 Uhr habe man Aussagen aufgenommen, so der Jäger. "Wir hatten mit den Ereignissen aber nichts zu tun. Ich war froh, dass zu der Zeit, in der die Polizei angerückt ist, niemand auf einen Bock geschossen hat. Das hätte schief herauskommen können."

Opfer erlitt mehrere Schussverletzungen

Das Opfer hat mehrere Schussverletzungen erlitten. Schnell ging die Polizei aufgrund der Tatumstände von einem Gewaltverbrechen aus. Der Jäger vermutet, dass es sich bei der Tatwaffe um eine grosskalibrige Waffe handle.

Die Schüsse fielen nur zirka 150 Meter von der Sportanlage Esp entfernt. Der Polizei gelang es noch vor Mitternacht, einen Tatverdächtigen zu ermitteln und auch festzunehmen. Es handelt sich um einen 17-jährigen Schweizer, ebenfalls aus der Region. Bei der Befragung gestand er, auf das Opfer geschossen zu haben.

Gemäss Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei, sind die beiden nicht miteinander verwandt. In welcher Beziehung sie zueinander standen, würden weitere Einvernahmen und Befragungen zeigen.