Baden
Jahrelanger Traum der Velo-Lobby ist geplatzt: Busrampe bleibt für Fahrräder tabu

Obwohl Stadt- und Einwohnerrat der Benutzung der Busrampe zum Bahnhof durch Velofahrer zugestimmt haben, wird sie nicht freigegeben. Der Kanton lehnt das Vorhaben aus Sicherheitsgründen ab. Bei den Regionalen Busbetrieben reagiert man erleichtert.

Pirmin Kramer
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Die Rampe von der Bruggerstrasse zum Bahnhof Baden darf auch in Zukunft nur von Bussen genutzt werden. (Archiv)

Die Rampe von der Bruggerstrasse zum Bahnhof Baden darf auch in Zukunft nur von Bussen genutzt werden. (Archiv)

Severin Bigler

Die Forderung ist so alt wie die Rampe selbst, die im Jahr 2000 in Betrieb genommen wurde. Letzten Herbst nahm die Idee plötzlich Fahrt auf: Die Busrampe von der Bruggerstrasse zum Bahnhof Baden soll auch für Velofahrer freigegeben werden, entschied der damalige links-grüne Stadtrat als eine seiner letzten Amtshandlungen. Grundlage für den Beschluss war ein Postulat der Grünen-Präsidentin Bea Schilling. Der Einwohnerrat stimmte dem Vorschlag Ende Oktober 2017 zu, und seither hatte die Velo-Lobby gehofft, ihr jahrelanges Anliegen könne endlich realisiert werden.

Doch seit einigen Tagen steht fest, dass die Busrampe nicht für Velos freigegeben werden darf. Der Entscheid wurde zwar noch nicht öffentlich gemacht. Doch Stadtammann Markus Schneider (CVP) bestätigt auf Anfrage, dass der Stadtrat dem Einwohnerrat an der nächsten Sitzung im Oktober mitteilen werde, dass die Idee nicht umgesetzt werden kann. «Grundvoraussetzung für die Öffnung der Rampe für den Veloverkehr wäre gewesen, dass der Kanton zustimmt. Er hat uns in der Antwort auf unsere Anfrage aber mitgeteilt, dass er diesen Vorschlag aus Sicherheitsgründen ablehnt.» Somit stehe fest, dass die Busrampe nicht für Velos freigegeben werden dürfe, sagt der Badener Stadtammann.

Daniel Schwerzmann vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau erklärt: «Die Stadt bat uns um Zustimmung für das Vorhaben. Wir teilten in unserer Antwort mit, dass wir insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit vom Vorhaben abraten.» Vor wenigen Tagen habe der Badener Stadtrat den Kanton nun informiert, dass er vom Vorhaben absehe. Schwerzmann sagt: «Aus unserer Sicht ist der Entscheid richtig und nachvollziehbar.» Die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer wäre an mehreren Stellen nicht gewährleistet: «Erstens auf der Rampe selber, die nicht für Mischverkehr von Velos und Bussen geeignet ist.» Zweitens könnte es am Ende der Rampe zu brenzligen Situationen kommen, weil die Sichtverhältnisse dort schlecht seien: «Velofahrer auf der Rampe würden erst im letzten Moment sehen, ob von links noch ein Bus heranrollt.» Drittens wären die Signalisation und die Platzverhältnisse am Rampenkopf neben der Bruggerstrasse eine fast unlösbare Herausforderung: «Es bräuchte nicht nur eine Erweiterung der Ampelsteuerung, sondern zusätzlich einen Aufstellbereich für Velofahrer, falls diese Rot hätten. Dafür müsste die Verkehrsfläche irgendwo erweitert werden, was baulich sehr aufwendig wäre», sagt Daniel Schwerzmann.

Stefan Kalt, Direktor der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen, zeigt sich auf Anfrage erleichtert: «Aus unserer Sicht wäre eine Öffnung der Rampe für Velos undenkbar. Wir sind zufrieden, dass der Stadtrat nun auch zu diesem Schluss gekommen ist.» Als der Stadtrat letztes Jahr erklärte, die Rampe für Fahrräder freigeben zu wollen, sagte Stefan Kalt: «Es kann doch nicht sein, dass ein voll besetzter Bus mit 150 Menschen warten und einigen wenigen Velofahrern den Vortritt lassen muss, mit der Gefahr, dass die Fahrgäste den Anschlusszug beim Bahnhof verpassen.» Die Regionalen Verkehrsbetriebe haben sich gemeinsam mit Postauto Schweiz schon seit Jahren gegen das Vorhaben gewehrt. «Aus Sicherheitsgründen wäre alles andere als der Erhalt des Fahrverbots für Velos fahrlässig», sagt Stefan Kalt.