Baden
Jahresrechnung der Stadt schliesst im Plus – auch dank deutlich höheren Steuereinnahmen

Baden hat das vergangene Jahr mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Dies unter anderem dank den Steuereinnahmen.

Pirmin Kramer
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Sandra Ardizzone

Die Jahresrechnung 2017 der Stadt Baden schliesst mit 5,8 Millionen Franken im Plus. Im Vorjahr hatte die Stadt noch ein Defizit von 5,1 Millionen Franken eingefahren. Das Ergebnis kam erstens dank Steuereinnahmen zustande, die im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Millionen Franken angestiegen sind und die 80-Millionen-Franken-Grenze wieder überstiegen haben. Die Erwartungen waren noch im Herbst tiefer, kurz vor Jahresabschluss wurden die Aktiensteuern vom kantonalen Steueramt aber nach oben korrigiert. Der Aktiensteuerertrag Badens belief sich letztlich auf 16,2 Mio. Franken, stieg gegenüber dem Vorjahr somit um 8 Prozent an. Mit dieser Zunahme war nicht zu rechnen. Und unter anderem mit dem Argument der zuletzt gesunkenen Steuerkraft der juristischen Personen hatte der Stadtrat vergangenes Jahr eine Steuerfusserhöhung gefordert. Doch der von einer bürgerlichen Mehrheit dominierte Badener Einwohnerrat stimmte dagegen.

Zweite Ursache für den Ertragsüberschuss sei das Sparprogramm «Optima», das nun Wirkung entfalte, erklärte Stadtammann Markus Schneider (CVP) gestern an einer Pressekonferenz. Dies zeige sich unter anderem beim Nettoaufwand, der um 7,5 Prozent sank (ein Jahr zuvor allerdings um 9 Prozent angestiegen war). Und drittens trugen ausserordentliche Erträge von 7 Mio. Franken – sieben Mal mehr als budgetiert – wesentlich zum Ertragsüberschuss bei.
Dass sich Markus Schneider mit dem Ergebnis zufrieden zeigte, das auch noch sein Vorgänger Geri Müller (Team/Grüne) mitverantwortete, lag auch am operativen Ergebnis, das mit 778 981 Franken leicht im Plus schloss. Der Stadtrat hat diesen Wert neu als entscheidende Messgrösse zur Beurteilung der Finanzergebnisse definiert. Er setzt sich aus der Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag zusammen, ohne Spielraum für buchhalterische Tricks zu bieten; so fliessen beispielsweise auch die ausserordentlichen Erträge nicht mit ein, die dieses Jahr besonders hoch ausfielen.

Grosse Investitionen stehen bevor

Im vergangenen Jahr tätigte Baden Investitionen in Höhe von 27,1 Millionen Franken. Davon konnte die Stadt mehr als die Hälfte aus eigener Kasse bezahlen. Der Selbstfinanzierungsgrad hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert (26 Prozent im 2016). Als Folge davon ist die Verschuldung Badens weniger stark als budgetiert angestiegen. Die Nettoschuld pro Einwohner beträgt 740 Franken pro Kopf. In den kommenden Jahren werden sich die Nettoschulden aufgrund grosser Investitionen wie dem Bau des Oberstufenzentrums Burghalde oder der Sanierung des Kurtheaters aber ungefähr verzehnfachen.

Schulden seien an und für sich kein Problem, sofern man aufzeigen könne, wie diese langfristig wieder abgebaut werden könnten, sagte Schneider. Dies soll in Baden unter anderem mit einem Ziel erreicht werden, das sich Stadt- und Einwohnerrat im Januar auferlegt haben: Im kommenden Jahrzehnt sollen insgesamt keine roten Zahlen geschrieben, wenn möglich gar Ertragsüberschüsse erreicht werden, wobei dies anhand des eingangs erwähnten operativen Ergebnisses gemessen werden soll. Markus Schneider zeigt sich zuversichtlich, dass diese Vorgabe erreicht werden kann, auch wenn sie eine grosse Herausforderung darstelle. Der Stadtammann forderte vor allem bei Investitionsprojekten ein Umdenken: «Wir müssen bei Investitionen zuerst die Frage klären, wie viel wir uns leisten können, bevor wir zu planen beginnen.» Die Investitionsvorhaben in erster Linie anhand der Wünsche zu entwickeln und die Kosten nicht zu priorisieren, wäre der falsche Weg, erklärte Schneider.

Historische Bilder aus Baden:

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So sah es am Schulhausplatz im Juli 1814 aus. Der Abbruch des «Mellingerturms», des Oberen Tors am Cordulaplatz (damals hiess er noch Paradiesplatz), wurde 1874 wie ein Fest gefeiert. Der Durchbruch sollte Luft und Licht in die Altstadtgassen bringen.
So sah es vor der Bahnverlegung aus: Durch den engen Schlossbergtunnel fuhr seit 1847 die Spanischbrötlibahn nach Zürich. Die Häuser vor dem Cordulaplatz wurden beim Bau des Strassentunnels abgerissen.
Als die Dampflok noch über den Platz fuhr und die Schiebebarrieren von Hand geschlossen wurden: Eine Postkarte von Baden um 1900. Der Gasthof zum Glas (rechts neben der Bahn) brannte 1960 ab, die Reben am Schlossberg wurden zu Bauland. Der Obeliskenbrunnen steht jetzt wieder an seinem Platz.
Der Kurpark in Baden war auch schon 1890 ein lauschiges Plätzchen, das zum Verweilen einlädt.
Baden, die Holzbrücke und der Bergsturzkopf um 1906.
Baden von Süden im Jahr 1913. Im Vordergrund der rauchende Schlot der Firma Merker.
Diese Postkarte zeigt das ehemalige Landvogtei-Schloss um ca. 1915.
Baden mit Lägern 1913: Als der Lägernhang noch völlig unbebaut war.
Das Brauerei-Gasthaus Falken gab der Barriere ihren Namen. Das Hotel musste schon 1957 weichen. Die 1850 erbaute Brauerei wurde erst 2004 durch den Neubau ersetzt, in dem sich heute das Bezirksgericht befindet.
Ein letztes Mal fällt die Falkenbarriere: Die Bahn brachte Wohlstand und Arbeitsplätze nach Baden. Aber auch viele Stunden mühsamen Wartens. Die Erleichterung war deshalb gross, als von 1957 bis 1965 der «neue» Schulhausplatz gebaut wurde.
Verstopfte Weite Gasse im Jahr 1960 mit Velo- und Buskolonnen. Das abgebrannte Restaurant Glas erlaubt die Datierung. Am oberen Bildrand das Schulhaus, das dem Platz seinen Namen gab.
Der Tunnelbogen des alten Bahntunnels steht noch, der Strassentunnel durch den Schlossberg ist schon betoniert. Der Ennetbadener Fotograf Werner Nefflen kam 1962 gerade noch rechtzeitig, um diesen denkwürdigen Augenblick festzuhalten. Rechts montiert ein Arbeiter die Sprengladung.
Als es in der Altstadt noch Handwerker gab: Der Sattler Mühlebach hatte seine Werkstatt in der Weiten Gasse und arbeitete gerne draussen. Hier zusammen mit den Pferden der Brauerei Müller am Schulhausplatz.
Der Bahnwärter hat ausgedient: Im September 1961 wurde die «Bahnverlegung» vollzogen, zumindest von der Eisenbahn war der Schulhausplatz befreit. Sie fuhr ab dann durch den grossen Bahntunnel.
Baden um 1919: im Vordergrund die mittelalterliche Brückenstadt, das moderne Baden liegt links.
Verkehr anno 1961: Im Hintergrund sieht man die alte Cordulapost mit dem Bild des abgebrochenen Mellingerturms. Rechts daneben der legendäre Lebensmittelladen Moneta. Die beiden Häuser wurden 1984 durch die neue «Porta Moneta» ersetzt.
Blick auf das Bahnhofquartier 1919. Der Badener Bahnhof zählt zu den ältesten des Landes. Er wurde 1847 als Endstation der Spanisch-Brötli-Bahn eröffnet.
Blick von oben auf die Hochbrücke und das Kleinkraftwerk Aue zwischen 1918 bis 1937.
Eine Postkarte von 1923, die den Kursaal Baden zeigt.
Eine weitere Postkarte vom Kurpark Baden aus dem Jahr 1926.
Blick in die Halle II des BBC-Gebäudes im Jahr 1926.
Blick auf die Ruine Stein um ca. 1930.
Im Jahr 1930 war der Löwenbrunnen bereits 108 Jahre alt.
Eine Postkarte des Kursaales datiert auf das Jahr 1936.
So sah die Badener Altstadt 1942 aus.
Limmat abwärts von der neuen Hochbrücke im Jahr 1942.
Limmat aufwärts von der neuen Hochbrücke im Jahr 1942.
Die Badener Altstadt 1945. Der Strassenverkehr wurde erst später aus der Altstadt verbannt. In der Badstrasse (links im Bild) entstand 1972 im Zuge des Bahnhofumbaus die erste Fussgängerzone der Schweiz.
Die Badener Altstadt im Jahr 1945, links im Bild die Hochbrücke, die 1926 eröffnet wurde.
Blick auf die Schiefe Brücke 1949, die Baden mit Ennetbaden verbindet. Sie wurde 1874 eröffnet und ist seit 2006 für den motorisierten Individualverkehr gesperrt.
Das 1963/64 erbaute Thermalbad im Jahr 1969.
Hier wurde fast 40 Jahre lang fröhlich geplanscht – gegen Ende des 20. Jahrhunderts gerieten die Bäder in eine Krise.
Baden 1970 von oben aus süd-östlichem Blickwinkel. Im Bild: das Stadtzentrum, der Elektrotechnikkonzern Brown Boveri & Cie. (BBC, später ABB), die Hochbrücke und das Terrassenschwimmbad.
Baden 1980 von Südwesten. Im Bild: das Stadtzentrum, der Schulhausplatz, die Ruine Stein und der Schlossbergtunnel.
Baden 1980 von Osten. Im Bild: Die Altstadt, die Hochbrücke, die Limmat, rechts im Bild der Elektrotechnikkonzern BBC.
Baden 1987 von Westen. Im Bild: die Stadtkirche, das Stadtzentrum und die Kreuzung Schulhausplatz.
Ein Blick in die Mittlere Gasse im Jahr 1988.

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