Dass der Verein Jazz in Baden seit über fünfunddreissig Jahren hochklassigen Jazz in Badener Beizen bringt, hat sich längst herumgesprochen. Wenn allerdings eine lebende Legende wie der Bassist Steve Swallow im Isebähnli auftritt, ist ein spezieller Applaus angesagt.

Steve Swallow ist 77 Jahre alt, und am liebsten redet er über den Garten, den er und seine Lebenspartnerin Carla Bley in Upstate New York hegen und pflegen. Die Musik allerdings kommt deshalb nicht zu kurz. Alle paar Monate taucht er in Europa auf, mit seiner Frau, mit John Scofield, mit eigenen Bands, und jetzt im Duo mit dem österreichischen Multiinstrumentalisten Christian Muthspiel. Die beiden machen Station am 23. Oktober im Isebähnli in Baden, um ihre «Simple Songs» zu spielen. Die zwar «simple» klingen, aber ziemlich hinterhältig sind.

Alles begann im Jahr 1980

Seit 1980 veranstaltet der Verein Jazz in Baden Konzerte, seit gut zwanzig Jahren bietet das Isebähnli die Bühne, und längst gehört es zu den Schweizer Jazz-Hotspots. Es gibt wenige Jazzmusikerinnen und –Musiker hierzulande, die etwas zu sagen haben und die noch nie im Isebähnli gespielt haben. Das einheimische Schaffen steht im Zentrum, wenn aber internationale Künstler in der Nähe sind, machen sie ganz gern einen Abstecher nach Baden. Denn das Isebähnli geniesst nicht nur beim Publikum einen guten Ruf, sondern auch bei den Musikern; nebst neugierigen und offenen Ohren finden sie hier eine inspirierende Atmosphäre und erst noch ein feines Znacht vor dem Auftritt.

Neben den beiden Stars Swallow und Muthspiel, sind im Oktober und im November zum Beispiel der Trompeter Peter Schärli zusammen mit der Sängerin Sandy Patton zu Gast, der vielversprechende junge Pianist Yves Theiler, der Zürcher Saxophone-Colossus Christoph Grab und der musikalische Querdenker Christoph Gallio mit seinem Trio «Day & Taxi». Viele musikalische Gründe also, am Montagabend im Isebähnli aufzutauchen. Und wem sie nicht reichen, den locken vielleicht die berühmten Spaghetti nach René Felders Originalrezept oder das kühle Bier. Man sieht sich also im Isebähnli, ab 2. Oktober jeden Montagabend.