Dättwil
Jazzkonzert aus der zweiten Reihe dirigiert

Der deutsche Musiklehrer und Trompetenspieler Ingo Ganter hat zum ersten Mal die Aargauer Big-Band-Formation Exciting Jazz Crew geleitet. Handzeichen genügten – es ging auch ohne Dirigenten an der Front.

Thomas Bucher
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Ingo Ganter (Mitte) führt in Dättwil zum ersten Mal die 18-köpfige Aargauer Big Band Exciting Jazz Crew durch ein Konzert.

Ingo Ganter (Mitte) führt in Dättwil zum ersten Mal die 18-köpfige Aargauer Big Band Exciting Jazz Crew durch ein Konzert.

Thomas Bucher

Stille herrschte in der Aula Höchi, während die letzten Sonnenstrahlen durchs Dachfenster schienen. Um die 80 Leute fanden sich in Dättwil ein, um den abwechslungsreichen Klängen zu lauschen: Duke Ellington, Count Basie Big Band, Michael Buble, Avarage White Band: Von Swing über Jazz bis hin zu Funk war für jeden etwas dabei.

Die 14 Bläser der Exciting Jazz Crew füllten den Raum akustisch. Ingo Ganter, Musiklehrer aus Lörrach in Deutschland, wirkte zum ersten Mal als Bandleader der Big-Band-Formation Exciting Jazz Crew.

Das Publikum hörte aufmerksam in gewohnt ruhiger Schweizer Manier zu, schien die Klänge aber innerlich umso mehr zu geniessen. Da und dort wurde mit den Fingern geschnippt oder mit den Füssen geschaukelt.

Die Funk-Stücke brachten am meisten Bewegung in den Saal. Ganter zeigte seinen Musikern ihre Einsätze mittels Handzeichen an – dezent aus der zweiten Reihe, und nicht wie ein gewöhnlicher Dirigent vor seinem Orchester. Nur ab und zu trat er nach vorne, um seine Trompeten-Soli zum Besten zu geben.

Die Doppelfunktion als Trompeten-Solist und Leiter der Band bereitete Ganter keine Mühe: «Es ist üblich, dass man aus dem Hintergrund dirigiert», erklärte Ganter. Modern Jazz spielt die Big Band aber nicht: «Wir spielen fürs breite Publikum», hielt er fest. «Trotzdem haben wir zwei moderne Stücke ins Programm eingebaut.»

Ob aus dem Kanton Aargau, vom Fricktal bis Freiamt oder gar aus Deutschland: Die Bandmitglieder stammen von überall her. Gerade deshalb sei es schwierig, alle für ein Konzert zusammenzukriegen, erzählte Hanspeter Neuhaus, der die meisten der fünf bis acht Auftritte jährlich organisiert: «Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Ingo Ganter.

Die Leute waren sehr zufrieden und haben wie so oft eine Zugabe verlangt.»

Ganter ist freiberuflicher Musiker mit Jazz-Studium und leitet diverse Blasorchester. Über eine Bekannte ist er zur «Jazz-Crew» gestossen: «Ich erfuhr, dass sie Verstärkung fürs Trompeten-Register suchen», sagte Ganter.

Musikalisch orientierte er sich an Luw Soloff, Miles Davis und Louis Armstrong. Die Abwechslung aus improvisierten Soli und festgeschriebenen Notensätzen liessen Ingo Ganter Raum für Kreativität: Das gefiel ihm besonders, wie er sagte.