Baden
Je grösser das persönliche Netzwerk, desto höher der Geschäftsgewinn

Beim Frühstück knüpfen die Mitglieder des Business Network International (BNI) jede Woche neue Kontakte. Ihr Ziel: Mehr Umsatz durch neue Kontakte und Geschäftsempfehlungen.

Dieter Minder
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Andreas Hakkens (Gartenbau) aus Spreitenbach (links) erhält von Peter Ritter (Schreinerei) aus Döttingen eine Empfehlung.

Andreas Hakkens (Gartenbau) aus Spreitenbach (links) erhält von Peter Ritter (Schreinerei) aus Döttingen eine Empfehlung.

Rolf Jenni/Bildrausch

«Wir machen Empfehlungsmarketing, denn als Unternehmen wollen wir uns gegenseitig unterstützen», begrüsst Chapterdirektor Bruno Müller rund 50 Männer und Frauen. Sie haben sich, wie jeden Mittwoch, noch vor 7 Uhr im Hotel Du Parc in Baden getroffen. Die meisten von ihnen sind Mitglieder des 2007 gegründeten BNI Chapter Blutbuche (siehe Box «Netzwerk der Unternehmer»).

Die anderen sind Gäste, entweder Mitglieder anderer Chapters oder Personen, die das System BNI kennen lernen wollen. Anschliessend läuft, unter Müllers Leitung, ein Prozedere ab, in dessen Mittelpunkt das Ziel des BNI steht: «Mehr Umsatz durch neue Kontakte und Geschäftsempfehlungen.»

Netzwerk der Unternehmer

Das Business Network International (BNI) wurde 1985 von Ivan Misner in den USA gegründet. Die rund 147'000 Mitglieder in über 50 Ländern sind in etwa 6200 Gruppen (Chapter) zusammengefasst. 2012 haben die Mitglieder gegenseitig einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro erreicht. Jedes Chapter zählt 20 bis 50 Mitglieder. Diejenigen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bilden zusammen die Organisation D-A-CH mit rund 7700 Mitgliedern. Aus ihren 262 000 Empfehlungen resultierte ein Umsatz von 390 Millionen Euro. 2011 haben die über 1400 Unternehmer in den 50 Chapters der Schweiz über 36'000 Geschäftsempfehlungen ausgetauscht und einen Umsatz von über 100 Millionen Franken erzielt. Jedes Chapter trägt den Namen eines Baumes. In Baden heisst es Blutbuche, passend zum mächtigen Baum vor dem Hotel Du Parc. (dm)

Eingeleitet mit der Frage «Wer glaubt ans Christentum?» gab Mitglied Marco Cortesi einige Gedanken weiter, die mit der Feststellung endeten: «In der Bibel steht, wer sät, wird ernten, hier gilt, wer gibt, gewinnt.» Unterdessen wird eine Box mit den Visitenkarten in Umlauf gebraucht. Die Weitergabe von Visitenkarten und damit Kontaktadressen ist wichtig. Es folgen die 60-Sekunden-Präsentationen. In denen teilt der Unternehmer oder die Unternehmerin auch mit, welche Leistungen er gerade sucht oder anbietet.

Auf diese Weise spannt jeder das ganze Netzwerk für sich ein und wird zugleich Verkäufer für die anderen Mitglieder. Ebenso erhalten die auswärtigen BNI-Mitglieder und die Gäste die Gelegenheit, sich vorzustellen. Als Nächstes steht jeweils eine 10-Minuten-Präsentation auf dem Programm. Diesmal stellt Gina Karpf ihren Coiffeursalon in Baden-Dättwil vor.

«Ich habe dir folgende Empfehlung» lauten die ersten Worte des wohl wichtigsten Tagungspunktes. Die Mitglieder tauschen Empfehlungen aus. Per Handschlag wird ein kleines Formular übergeben, auf dem der Bedarf und die Adresse eines möglichen Kunden aufgeführt sind. Es liegt am Empfänger, aus dieser Empfehlung ein Geschäft zu machen.

Eine Kopie der Empfehlung geht an Mitgliederkoordinator Pierre Bruyère. «Ich habe eine Umsatzmeldung», sagt ein weiterer Unternehmer, der dank einer Empfehlung ein Geschäft abschliessen konnte. Die Empfehlungen, sowie Umsatzzahlen bilden die Basis für die weltweiten Statistiken des BNI.

Den Abschluss des anderthalb Stunden dauernden Treffens ist an diesem Tag ein besonderer Anlass: Die Mitglieder Klaus Binkert aus Leibstadt und Ralph Humbel aus Döttingen werden zu Botschaftern ernannt. Als solche haben sie die Aufgabe, zusätzliche Kontakte für den Chapter Blutbuche zu knüpfen.

Um 8.30 Uhr schliesst Müller das Treffen. Die BNI-Unternehmer gehen wieder ihrem Beruf nach.