«Ich glaube, die Leute wollten einen Parteilosen als Richter», kommentiert Leutwyler sein gutes Abschneiden. Zudem habe ihm seine Erfahrung als Friedensrichter und früherer Ersatzrichter am Bezirksbericht sicher geholfen. Ähnlich sieht es der unterlegene Fricker: «Ich bin parteilos, aber auf meinen Wahlplakaten waren die Grünen und die SP aufgeführt, weil sie mich unterstützt haben.» Aber auch seine Jugend und der eher geringe Bekanntschaftsgrad sieht er als mögliche Ursachen für das Abschneiden.

Jonas Fricker, Parteipräsident der Grünen, die mit der Kandidatur ihren Sitz verteidigen wollten, führt die Niederlage ebenfalls zu einem grossen Teil auf die Parteibezeichnung zurück: Das Label parteilos dürfte, so Fricker, ein Vorteil sein, weil viele Wählerinnen und Wähler annehmen, nur in diesem Falle sei der Richter unabhängig. «Dabei üben alle Richterinnen und Richter ihr Amt neutral und unabhängig aus.»

Die durchschnittliche Stimmbeteiligung im Bezirk lag bei 39 Prozent. Mit 44,69 Prozent lag die Stimmbeteiligung in Oberrohrdorf am höchsten, mit 27,02 Prozent sorgten die Stimmberechtigten von Spreitenbach für den Negativrekord.