Seit 17 Jahren besteht die Spitex für Killwangen und Spreitenbach. Dass es in dieser Zeit drei Leiterwechsel gab, ist an und für sich nichts besonders, dass diese aber innerhalb der letzten Monate stattfanden schon eher. Im Mai 2011 kündigte Zentrumsleiterin Claudia Maurer. Als ihre Nachfolgerin wurde Marlis Williams angestellt. Nun hat auch diese die Spitex verlassen. Als neue Leiterin hat der Vorstand Martina Studerus angestellt. Sie soll die Spitex wieder in ruhigere Gewässer führen.

Unterschiedliche Ansichten

Im Frühjahr hatten mehrere Mitarbeiterinnen gekündigt. «Dies ist aufgefallen und der Vorstand hat eingegriffen», sagt Monika Zeindler, Vizepräsidentin des Vereins und Gemeinderätin von Spreitenbach. Bei den Gesprächen traten unterschiedliche Ansichten zutage. In der Folge kündigte Williams. «Unter diesen Umständen machte eine weitere Zusammenarbeit keinen Sinn mehr, wir haben sie frei gestellt», sagt Zeindler. Für Vereinspräsidentin Cornelia Biasca liegen Probleme auch in den Altlasten, die Williams von Maurer habe übernehmen müssen. In der Mitarbeiterin Martina Studerus hat die Spitex eine Person gefunden die bereit war, Leitung zu übernehmen. Dies vorerst mit einem 50-Prozent-Pensum. «Studerus absolviert noch eine Ausbildung, aber ab August 2013 wird sie ihr Pensum auf 70 Prozent erhöhen», sagt Biasca. Bis dahin wird Studerus von Ressortleiterinnen unterstützt.

Mehr Arbeit heisst mehr Defizit

Momentan arbeiten bei der Spitex 24 Frauen, sie teilen sich zirka 10 Vollstellen. Im vergangenen Jahr leistete die Spitex rund 24000 Stunden. Davon konnten gegen 11000 verrechnet werden, gegenüber dem Jahr 2010 eine Zunahme um über 12 Prozent. «Jede unserer Stunden generiert ein Defizit», sagt Zeindler. Das kommt davon, dass der vom Gesetz erlaubte Tarif deutlich unter den Vollkosten liegt. Beispielsweise kostet eine Stunde Grundpflege 90.25 Franken, aber verrechnen darf die Spitex nur 48.5 Franken. Das Defizit müssen die Gemeinden finanzieren. Für das Jahr 2011 sind es 539000 Franken oder 123000 Franken mehr als erwartet. Um dem, vor allem im September, Oktober und November stark gestiegenen Pflegebedarf nachkommen zu können, musste die Spitex zudem auch Temporär-Leute anstellen. Sie kosten rund 25 Prozent mehr als die eigenen Mitarbeiterinnen.

Früher fungierte die Finanzkommission der Gemeinde Spreitenbach als Revisorin des Spitex-Vereins. «Auf Anregung der Finanzkommission hat der Gemeinderat Spreitenbach verlangt, dass die Spitex eine externe Revisionsstelle bezeichnet», sagt Zeindler. Es handelt sich um die Gruber Partner AG, Aarau, die auch die Spreitenbacher Rechnung unter die Lupe nimmt. «Das ist eine gute Lösung, denn mit 24 Angestellten sind wir ein KMU», sagt Zeindler.

Es gibt Verbesserungspotenzial

Im vergangenen Jahr hat sich die Spitex an einer Mitarbeiterumfrage des Kantons beteiligt. Sie ergab, dass 84,7 Prozent der Mitarbeiterinnen zufrieden sind und sich 93 Prozent sehr gut mit ihrem Arbeitsplatz identifizieren. Im Vergleich mit den anderen Organisationen schliesst die Spitex Spreitenbach Killwangen nicht besonders gut ab. In den Bereichen «Ausstattung des Arbeitsplatzes», «Wohlfühlen am Arbeitsplatz» und «Umweltgerechtes Verhalten» liegen die Antworten im «schlechtesten Viertel» der Umfrage. Einzig bei der «Mitsprache am Arbeitsplatz» liegen die Antworten lediglich im unteren Mittelfeld aller antwortenden Spitex. Gesamthaft gesehen sei eine Zufriedenheit über alles von knapp 85 Prozent kein schlechter Wert, sagt Monika Zeindler und betont: «Im Vergleich mit anderen Organisationen haben wir jedoch noch Verbesserungspotenzial.» Das gelte insbesondere für die engen Raumverhältnisse im Spitex-Büro an der Kirchstrasse 12 in Spreitenbach.