Oberrohrdorf
Jessy und Jim – eine Liebesgeschichte im Jenseits

Der Pädagoge und Autor Arthur Brühlmeier hat ein feinsinniges Buch über eine Zwischenwelt geschrieben. Er ist überzeugt: «Was man sät, das wird man auch ernten.»

Patricia Hager
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Der Pestalozzi-Kenner und Pädagoge Arthur Brühlmeier aus Oberrohrdorf erzählt in seinem ersten Roman von zwei Kindern, die sich im Jenseits verlieben.

Als Jessy nach einem schweren Autounfall erwacht, befindet sie sich in einer völlig neuen Welt: Im Jenseits. Hier wird sie mit allerlei Fremdem und Ungewohntem konfrontiert: Sie muss schweben lernen, ohne Uhren auskommen, Unarten ablegen, die Einsamkeit aushalten und vieles mehr. Bald darauf begegnet ihr Jim, der wie Jessy jung sterben musste. Zwischen den beiden entstehen schnell Gefühle, die sich später zu einer Liebesgeschichte voller Überraschungen, Prüfungen und Gefahren entwickeln.

Glückliche Menschen, düstere Orte

Beim Jenseits, das Arthur Brühlmeier in seinem Roman beschreibt, handelt es sich allerdings nicht um den Himmel, sondern um eine Art Zwischenwelt. So gibt es dort nicht nur glückliche Menschen, sondern auch düstere Orte und leidende Seelen. «Im Jenseits meines Buches haben die Gesinnungen, Taten oder Untaten ihre Konsequenzen und führen zu Freuden oder Leiden», erläutert Arthur Brühlmeier.

Er ist überzeugt: «Was man sät, das wird man auch ernten.» Deshalb wird in Brühlmeiers Jenseits belohnt, wer Gutes tut und bestraft, wer schlecht redet und Streit sucht. So führen gute Taten und richtige Entscheidungen etwa zu einem schöneren und grösseren Haus und eröffnen die Möglichkeit, am Schluss in eine höhere Sphäre aufzusteigen.

«Den Anstoss eine Jenseitsgeschichte zu schreiben gaben mir vor sieben Jahren meine beiden Enkelinnen Selina und Nora», erzählt Arthur Brühlmeier. Aus diesem Grund hatte er beim Schreiben zuerst eine jugendliche Leserschaft im Auge. Bald merkte er jedoch, dass auch viele Erwachsene von seinem mystischen Roman fasziniert und angetan sind.

Zu Recht. Denn seine Erzählung ist nicht so leicht verständlich, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Das Gegenteil ist der Fall: Das über 400-seitige Buch ist voller versteckter Symbole, Parabeln und Sinnbildern. Es behandelt spirituelle, philosophische sowie psychologische Themen und beschäftigt sich mit Märchen- und Traumdeutung.

Pädagogische Ansätze

Unverkennbar ist auch der pädagogische Ansatz des Buches: Fleiss, Wahrheitsliebe, Zuverlässigkeit und Treue sind zentrale Werte, die das Werk behandelt. Diese werden allerdings nicht mit dem Zeigefinger, sondern auf angenehme Weise vermittelt. So würzt der Autor das Ernste und Tiefgründige immer wieder mit Leichtigkeit und Humor. «Ebenfalls ein wichtiges Thema meines Buches ist die Menschwerdung.» Etwas, was der Autor mit dem Menschsein an sich und seinem Lern- und Entwicklungsprozess gleichsetzt.

Arthur Brühlmeier wirkte zuerst als Lehrer an der Volksschule, später dann – nach seinem Studium der Pädagogik und Psychologie – als Dozent in der Lehrerbildung. Bekannt ist er vor allem als Kenner des Lebens und Wirkens von Johann Heinrich Pestalozzi. Von dem Schweizer Pädagogen war er schon während seiner Studienzeit begeistert und setzte sich auch in seiner Dissertation mit Pestalozzis Lebenswerk auseinander. Noch immer ist er in dieser Sache sehr engagiert: Für die Pestalozzi-Website im Internet hat er eine umfangreiche Dokumentation erarbeitet.

Im Jahr 2007 erschien Brühlmeiers wichtigstes pädagogisches Werk «Menschen bilden», das auch ins Englische, Estnische und Chinesische übersetzt wurde und derzeit ins Französische, Italienische und Polnische übersetzt wird. Der heute 77-jährige Arthur Brühlmeier lebt mit seiner Frau in Oberrohrdorf und hat fünf erwachsene Kinder. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit klassischer Musik, Botanik und Fotografie. Mit seinen Bildern, die er in seinem hauseigenen Fotolabor entwickelt, war er auch schon an mehreren Ausstellungen vertreten.

Arthur Brühlmeier «Jessy und Jim– Ein Jenseitstraum», Govinda-Verlag, Zürich. Bestellung: www.govinda.ch. Infos zum Buch unter www.jessyundjim.ch