Mellingen
Jetzt bekommen Wirte das Rauchverbot zu spüren

Der «Linden»-Wirt macht Gartenbeiz zum Raucherstübli - mit berhördlichem Segen. Die Wirtin im «Weissen Kreuz» musste Raucherzelt dagegen abbrechen.

Samuel Weissmann
Drucken
Teilen
«Linde»-Pächter Marino Giulio hat seine Gartenwirtschaft in Mellingen in ein Fumoir verwandelt. saw

«Linde»-Pächter Marino Giulio hat seine Gartenwirtschaft in Mellingen in ein Fumoir verwandelt. saw

Die Winterkälte bringt die erste harte Probe für Wirte seit dem Rauchverbot. «Unsere Existenz hängt davon ab, ob man ein Raucherlokal bieten kann», sagt Marino Giulio, Pächter des Restaurants Linde in Mellingen. «Ohne Raucher geht der Umsatz massiv zurück.» Deshalb hat Giulio seine Gartenwirtschaft für den Winter zu einem Raucherstübli umfunktioniert. «Ich habe es einfach gebaut, ohne eine Bewilligung», sagt Giulio.

Nachdem die Gemeinde ihn zu einer Bewilligung ermahnte, ersuchte er diese beim Amt für Verbraucherschutz in Aarau. Inzwischen hat er die Erlaubnis erhalten, ein unbedientes Fumoir zu betreiben. Doch jetzt müsse noch abgeklärt werden, ob er auch eine Baubewilligung von der Gemeinde braucht. «Die bau- und feuerpolizeilichen Vorschriften müssen auch erfüllt sein», sagt Gemeindeschreiber Ernst Pelloli. Im Fall der «Linde» sind diese beiden Vorschriften noch nicht abgeklärt.

Die Altstadt hat besondere Regeln

Für das Restaurant Weisses Kreuz, 100 Meter weiter in der Altstadt, ist die Geschichte etwas anders verlaufen. Die Wirtin Agnes Heuer hatte im Innenhof ein Zelt aufgestellt für Raucher. Bald erhielt die Wirtin einen Brief von der Gemeinde. Das Zelt passe laut den Bestimmungen nicht ins Altstadtbild und es bestehe auch Brandgefahr. «Ich musste das Zelt wieder entfernen», sagt die 65-Jährige.

«In der Altstadt gelten besondere Bestimmungen», sagt Pelloli. Man dürfe zwar Zelte aufstellen, zum Beispiel für Feste, aber nicht länger als zwei Monate. Auch das kantonale Amt für Verbraucherschutz erlaube Zelte als Raucherzone, solange diese nicht geschlossene Räume seien. Mindestens die Hälfte des Zeltes müsse offen sein, heisst es. «Es ist eine schlimme Sache, ohne Raucher eine Wirtschaft zu betreiben», sagt Agnes Heuer.

Aktuelle Nachrichten