Zum Baustart gestern Montag sind zwar noch nicht die ganz grossen Maschinen aufgefahren. Dennoch herrscht definitiv Abbruchstimmung im Bäderquartier. Auf dem Gelände der Baufelder 1 und 2, die das «Römerbad» (grosses Foto), Thermalbad, «Trinkhalle» und «Staadhof» umfassen, wird nun zuerst das gesamte Aussengelände gerodet. Was in und um die Gebäude herum schützenswert war, wurde bereits vorgängig sichergestellt.

Im Gebäudeinnern muss zuerst einiges an Gerümpel geräumt werden. Obschon die ehemaligen Wohnungen im «Römerbad» vor über fünf Jahren schon geräumt wurden, richtete sich in den Räumen wiederholt ungebetene Klientel ein, sei es zum Nächtigen oder für heimliche Partys. Davon zeugen Spuren wie Scherben, Sprayereien, Matratzen und ein improvisierter Ofen in einem Zimmer für kältere Jahreszeiten.

Auch damit ist nun endgültig Schluss, denn die Räumungsarbeiten haben begonnen. Gleichzeitig hat eine Spezialfirma im Auftrag der federführenden Birchmeier AG den Rückbau der Altlasten begonnen. «Im Vorfeld haben Fachleute Proben für diesen Spezialrückbau genommen. Erst wenn dieser stattgefunden hat, kann mit dem Rückbau der Gebäudehüllen und der Bauten selber begonnen werden», erklärt Bauleiter Adrian Merz das Vorgehen. Bei den problematischen Baustoffen handelt es sich um Asbest und um Fugenkitt primär beim Thermalbad.

Zuerst das «Römerbad»

Zuerst geht es dem «Römerbad» an den Kragen. Der Altbau mit den zwei Dutzend klassischen Einzelbädern im Untergeschoss ist trotz dem Namen keineswegs römischen Ursprungs. An seiner Stelle stand vor dem Bau des Grand Hotels im Jahr 1870 der bedeutende Badegasthof Hinterhof, der im 14. Jahrhundert urkundlich erstmals als habsburgisches Lehen erwähnt wird. Er wurde um 1870 abgebrochen. Erst später entstand nach 1870 das «Römerbad» quasi als Dépendance des Grand Hotels. An diesem Standort wird nun das neue Thermalbad entstehen. Aus diesem Grund tätigte die Kantonsarchäologie in den Jahren 2009 und 2010 auf dem Areal vor dem «Römerbad» umfassende Ausgrabungen, bei denen nebst mittelalterliche Badezeugen auch solche aus der Römerzeit gefunden wurden.

Neueren Datums sind die andern Bauten, so die städtische «Trinkhalle», der «Staadhof» (Neubau anstelle des früheren Staadhofs) und das Thermalbad, das erst im Jahr 1980 um sein Aussenbad erweitert wurde. Diese Bauten entstanden in den 60er-Jahren, sind also nur unwesentlich älter als 50 Jahre und dennoch abbruchreif. Die Bauweise des bekannten Architekten Otto Glaus, der bei Le Corbusier seine Sporen abverdient hatte und namhafte weitere Objekte zeichnete, entsprach dem damals ausgeprägten und sichtbar gemachten Stahlbetonbau.

Die Rodungs- und Räumungsarbeiten samt Spezialrückbau werden beim «Römerbad» bis nächste Woche dauern. Danach geht es hinter die Gebäudehülle. Beim Thermalbad und in den andern Gebäuden wird es bis zum grossen Abbruch gut einen Monat dauern. Gemäss Programm ist der eigentliche Baubeginn auf Frühjahr terminiert.