Baden
Jetzt muss die Garage Diebold dem Schulhaus weichen

Anstelle der Garage entsteht ein Schulhaus, das im Attikageschoss über Wohnungen verfügen wird. Bereits in den Sommerferien 2013 soll sich im Neubau Gebäude die Zurich International School (ZIS) für das nächste Schuljahr einrichten.

Roman Huber
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Das aus massiven Betonelementen bestehende riesige Vordach der Garage Diebold ist für den Rückbau bereits abgestützt.

Das aus massiven Betonelementen bestehende riesige Vordach der Garage Diebold ist für den Rückbau bereits abgestützt.

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Auf diesen Augenblick musste Bauherr Christoph Schoop lange warten. Am Mittwochabend begrüsste er Nachbarn und am Bau Beteiligte und informierte über das Projekt, das nach einem fast zehn Jahre langen Leidensweg in die Realisierung geht.

Kein Wunder, setzte es aus seinem Munde Kritik an die Adresse der städtischen Baubehörde ab. Er habe vor drei Jahren noch den Bettel hinwerfen wollen, gesteht der Geschäftsmann. Etwas Positives kann man dem 2004 gestarteten Prozess mit Wettbewerb, Sondernutzungsplanung und Auflagen abgewinnen: Das Projekt ist heute ausgereift und wird dank dem attraktiven modernen Bau mit Zinkfassade aus dem Hinterhof einen urbanen Ort machen.

Eigentlich ein Schulhaus

Es wird ein Schulhaus entstehen, das im Attikageschoss über Wohnungen verfügen wird. Bereits in den Sommerferien 2013 soll sich im Neubau Gebäude die Zurich International School (ZIS) für das nächste Schuljahr einrichten. Das bedinge ein sehr sportliches Bauprogramm, erklärte Schoop.

Der vor gut 50 Jahren von den Gründervätern des beauftragten Architekturbüros RGP AG (Rolf Graf und Partner AG) wurde in Betonelementbau erstellt. «Wir haben uns vorgestellt, dass sich der Altbau auf einfache Weise zurückbauen lässt», sagte Rolf Graf. Das ist nun aber nicht möglich.

Achtung Tunnel geht durch!

Nicht zuletzt darf weder beim Abbruch- noch beim Neubau der vor dem Bauplatz durchführende Eisenbahntunnel zu stark belastet werden. Architekt Andi Zehnder vom Büro RGP erklärt, dass das neue Gebäude auf Pfeiler gesetellt werde, die man in 25 Metern Tiefe auf den Felsen setzen würde. Die grosse Herausforderung für die Bauingenieure ist es nämlich, die Erschütterungen der Eisenbahn abzufedern.

In der Regel verstärken sich Erschütterungen in einem Haus, je weiter man nach oben geht. Darum werden die einzelnen Stockwerke quasi schwimmend auf Lager gebettet, sodass die Erschütterungen nicht transportiert werden. Weil es hierfür keine Berechnungsmodelle gebe, habe man ein Spezialbüro beigezogen, das sich in der Stadt Zürich mehrfach bewährt habe, sagte Zehnder. So hoffe er, dass die ZIS im Sommer 2013 ein erschütterungsfreies Schulhaus in Betrieb nehmen könne.

Die Vorbereitungen für den Rückbau sind gestern abgeschlossen worden; nur das Untergeschoss bleibt bestehen. Bereits heute wird die Firma Merz das wuchtige Vordach der Werkstatt und der Tankstelle abreissen. Laut Peter Willisch, verantwortlicher Bauleiter, trafen die Ingenieure wegen des Eisenbahntunnels im Vorfeld genau Abklärungen (siehe Videointerview). Ebenso seien die SBB ins Bauvorhaben involviert. Sobald es bei den Arbeiten über dem Tunnel zu fest rumpelt, wird dies über die seismografische Überwachung unverzüglich gemeldet.
Der Neubau anstelle der Garage Diebold auf dem Baufeld Ost ist das erste Projekt auf dem Lindenareal. Das zweite (Baufeld West) der Citytor AG wird unmittelbar folgen.

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