Baden

«Jetzt packt aber die Aue an»: Stadtturnverein fordert Gesamtsanierung

Die Sportanlage in der Aue – vorne die Rundbahn, hinten die Sporthalle – ist schon bald 70 Jahre alt.

Sportanlage Aue

Die Sportanlage in der Aue – vorne die Rundbahn, hinten die Sporthalle – ist schon bald 70 Jahre alt.

Die Stadtturner beantragen eine Studie für die Gesamtsanierung der alten Sportanlage Aue.

Der Stadtturnverein Baden, dessen sportliches Aushängeschild die Nationalliga-B-Handballer sind, steht hinter dem GoEasy-Darlehen. «Jetzt packt aber bitte auch die Aue an», sagen Jürg Kappeler, Geschäftsführer von STV Baden Handball GmbH, sowie Hansruedi Hagen, STV-Mitglied und seit elf Jahren der Sportkommission.

Sie fordern in einem Antrag vom Stadtrat, dass er eine Studie für eine Gesamtsanierung der Aue in Auftrag gibt. «Wir erwarten eine grosszügige Gesamtplanung. Die Sporthalle, die erste Priorität haben muss, soll man in eine Geräte- und eine Spielhalle unterteilen können.

Kappeler wie Hagen betonen, dass sie nichts gegen ein Darlehen der Stadt an die GoEasy einzuwenden hätten. Die Unihockeyaner Baden-Birmenstorf, die im GoEasy Gastrecht erhalten, sind auch ein Verein der Stadtturnverein Baden Holding. «Doch das finanzielle Engagement der Stadt im Siggenthal darf die längst fällige Sanierung der Anlage in der Aue nicht blockieren», so der Antrag von Hagen und Kappeler.

Wenige Städte ohne grosse Halle

«Baden gehört zu den wenigen Schweizer Städten, die keine Wettkampf-Halle mit 2000 Zuschauerplätzen haben», sagt Kappeler. Der frühere Badener war beim STV Baden in der Nationalliga B vor rund 45 Jahren eine grosse Spielpersönlichkeit, ging während seines Sportlehrerstudiums zu GG Bern und wechselte dann zu St. Otmar St. Gallen. Er engagiert sich seit drei Jahren wieder an vorderster Front mit Erfolg für die NLB-Handballer.

Die Spielfeldmasse in der Aue würden die benötigten Sturz- und Sicherheitsabstände nicht garantieren, sagt Kappeler: «Es sind schon Zuschauer durch Spieler verletzt worden. Es ist Handlungsbedarf angesagt.» Auch Garderoben-, Material- und Schiedsrichterräume wie auch alle technischen Anlagen seien in der Aue ungenügend.

«Die Studie – dazu könnte man eine ETH-Klasse einladen – müsste in das Sportanlagenkonzept der Stadt einfliessen», erklärt Hagen, der nach 15 Jahren Einsitz in der städtischen Sportkommission die Hallensituation sehr genau kennt.

Hagen und Kappeler sind einhellig der Meinung, dass die Erneuerung der Anlagen in der Aue mit hoher Priorität angegangen werden müssen. Sie glauben auch nicht an die Aufteilung von Politikern, dass Baden Kultur- und Wettingen Sportstadt sein soll und zweifeln, dass in nächster Zeit eine grosse Anlage im Tägerhard überhaupt Gesprächsthema werde.

Bei der Hallenplanung hat es auch beim Oberstufenzentrum Burghalde gehapert. Basierend auf dem Antrag von Peter Heer, damaliger Präsident des STV Baden, wurde eine Dreifachturnhalle geplant. Der Einwohnerrat hat sie aus Kostengründen gestrichen. Die Sportkommission verstand das nicht.

Im Mai 2015 beantragte Hagen, dass mindestens eine Doppelturnhalle mit den Abmassen für eine wettkampftaugliche Unihockeyhalle gebaut werde. Die Kommission sagte einstimmig Ja. Aus Kostengründen und auf Wunsch der Schule wurde die Planung aber auf zwei Einzelhallen reduziert.

Hagen ist enttäuscht, dass die Sportkommission nicht in die Hallenplanung eingebunden wurde. Darin sehe er ein sportpolitisches Problem, weil die Sportkommission nicht mehr der Abteilung Liegenschaften und Anlagen, sondern der Volksschule unterstellt ist: «Die Schule hat Mitspracherecht bei der Planung, berücksichtigt aber die Bedürfnisse der Vereine nicht». In einen Interessenskonflikt gerät damit Andres Greter, Sportkoordinator. Er muss die sportlichen Belange von Schule und Stadt, nicht der Vereine, vertreten.

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