Jetzt wird es der Tessiner Architekt Mario Botta mit seinem Team beim «Verenahof»-Geviert doch selber richten. Dazu benötigte es aber die persönliche Aufwartung einer Delegation des Stiftungsrates der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden beim Stararchitekten im Tessin. Doch erst die Kuppel-Geschichte von Beginn weg.

Als die Verenahof AG im Jahre 2009 für das «Verenahof»-Geviert mit dem damaligen Projekt des Badener Büros Burkard Meyer an die Stadt gelangte, gab es laut Benno Zehnder sowohl von dieser Seite als auch von der Denkmalpflege eine Absage. So nahm sich Mario Botta, der Architekt des neuen Thermalbades und des Wohn-/Ärzthauses, auch der alten Hotelgebäude an, wo ein Gesundheitshotel mit Rehaklinik untergebracht werden sollte. Es war davon auszugehen, dass der bekannte Architekt auch beim «Verenahof»-Geviert sein Markenzeichen setzen würde.

Mario Botta macht jetzt doch weiter in Baden.

Mario Botta macht jetzt doch weiter in Baden.

Kuppel gab viel zu diskutieren

So kam es denn auch: Mario Botta versah die alte Bausubstanz des ehrwürdigen Hotels Verenahof mit einer prägnanten Kuppel (siehe kleines Bild). Benno Zehnder erinnert sich, dass diese Kuppel wohl ihre Aufmerksamkeit gefunden hätte, jedoch weder von der Stadt noch von der Denkmalpflege von Beginn weg in Abrede gestellt worden sei. Darum sei auch die weitere Planung auf Basis dieses Projekts erfolgt.

Die Kuppel wollte Mario Botta auf das «Venerahof»-Geviert setzen.

Die Kuppel wollte Mario Botta auf das «Venerahof»-Geviert setzen.

Markus Schneider, seit 2011 im Stadtrat, erklärt, die Baubehörde habe die Verenahof AG darauf hingewiesen, dass die Kuppel zu Problemen führen werde, wenn es um die Erteilung einer Baubewilligung gehe. Die Bauherrin hingegen zeigt sich darüber verwundert, «denn es war bis dahin nie die Rede davon gewesen, dass diese Kuppel nicht bewilligt werden könnte», fügt Zehnder an. Die Diskussionen drehten sich fortan um diese Kuppel. Dabei ging es nicht nur um das Erscheinungsbild, sondern auch um die Nutzungsfläche. Die Kuppel hätte laut Benno Zehnder nicht nur Licht ins Gebäudeinnere geholt, sondern auch zusätzliche Flächen gebracht, die für das Raumprogramm der Nutzung eines Gesundheitshotels mit Rehaklinik wichtig gewesen wären.

Mit der Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung des Gebietes Limmatknie war aber für die Baubehörde klar, dass eine solche Kuppel nicht bewilligungsfähig war. «Wir können nicht im Bäderquartier die alte Dachlandschaft schützen und gleichzeitig diese Kuppel bewilligen», erklärt Schneider.

Auch die Denkmalpflege teilte die Ansicht, dass diese Kuppel nicht vereinbar wäre mit der bestehenden Bausubstanz. So wurde die Kuppel aufgrund einer Anfrage der Bauherrschaft abgelehnt, was die Beziehungen zwischen Baubehörde und Bauherrschaft abkühlen liess. Laut Stadtrat Schneider habe man in der Folge eine Lösung gesucht, um die verlorene Nutzungsfläche anderweitig innerhalb des «Verenahof»-Geviertes zu realisieren.

Botta wollte Bettel hinwerfen

Mario Botta hat erst noch im vergangenen Mai erklärt, dass er unter diesen Voraussetzungen seine Arbeit am «Verenahof»-Geviert niederlegen wolle. «Er war nicht bereit, eine Sanierung der Bausubstanz ohne jegliche gestalterische Möglichkeiten durchziehen zu müssen», so Zehnder. Die Verenahof AG wie der Stiftungsrat der Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden haben zuerst damit gerechnet, dass Botta sich nicht mehr umstimmen liesse.

Die Delegation der Stiftung hat nun Mario Botta bei ihrem Besuch im Tessin doch für die Weiterbearbeitung des Projektes gewinnen können. Nebst Botta als gestaltender Architekt werde ein Architekt beigezogen, der im Austausch mit der Denkmalpflege das Projekt begleiten werde, teilte Stephan Güntensperger, Direktor der Stiftung mit.

Laut Benno Zehnder rücke man damit der Baueingabe näher. Die Projektbearbeitung werde zwei Monate in Anspruch nehmen. «Wir gehen davon aus, dass die Baueingabe für das gesamte Bäderprojekt wie angekündigt dieses Jahr erfolgen kann.»