Stetten

Jetzt reichts: Sozialhilfebezüger und Arbeitslose sollen Littering-Problem lösen

Littering

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Die Gemeinde Stetten hat ein Abfallproblem. Deshalb startet der Gemeinderat jetzt ein Littering-Projekt. Diese 10-Prozent-Stelle soll Sozialhilfebezüger und Arbeitslose ansprechen.

Kennen Sie das? Den lieben langen Tag räumen Sie allen hinterher und putzen, damit in Kürze alles wieder ist, wie es war. Genauso ergeht es der Gemeinde Stetten: Kaum hat der Abwart das Schulgelände um 16 Uhr blitzblank aufgeräumt und geputzt, müssen die Turner um 18 Uhr den Sportplatz wischen, damit sie trainieren können. «Littering hat in den letzten zwei Jahren in vielen Gemeinden massiv zugenommen», gibt Gemeindeammann Kurt Diem zu bedenken. Stetten habe diverse Massnahmen ergriffen – «unter anderem haben wir noch mehr Mülleimer und Aschenbecher aufgestellt. Trotzdem will die Verschmutzung einfach nicht abnehmen», ärgert er sich.

Hot-Spots sind der sogenannte graue Platz beim Schulhaus, das Dach des Feuerwehrgebäudes sowie der Vorplatz des Gemeindehauses. Probleme bereiten laut diversen Hinweisen aus der Bevölkerung vor allem Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit treffen, gemeinsam schöne Stunden verbringen, aber hinterher nicht aufräumen. Pizzaschachteln, Bierdosen, PET-Flaschen und Zigarettenstummel werden einfach liegengelassen. Und dies, obschon sich die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal darum bemüht, Präventionsarbeit zu leisten und Littering im Unterricht thematisiert wird. «Kaum sind die Reinigungsequipen weg, liegen schon wieder Abfälle herum», sagt Diem. Doch auch an Bushaltestellen werde Müll einfach achtlos auf den Boden geschmissen statt in den Mülleimer. Dem Gemeinderat reichts: Jetzt soll ein Littering-Team für Ordnung sorgen.

Probephase bis im Herbst

Für das Projekt verantwortlich ist Vizeammann Barbara Fischer. «Die ersten Gespräche mit Interessierten haben stattgefunden», sagt sie. Nach der Ausschreibung seien diverse Personen auf sie zugekommen. «Dieser 10-Prozent-Job ist eine gute Möglichkeit für Sozialhilfebezüger und Arbeitslose, Strukturen zu haben und dabei ein paar Franken zu verdienen», sagt sie. Der Gemeinderat sei aber offen, es könne sich Jedermann melden. «Das Team wird dann bis im Herbst jeweils am Dienstag- und Freitagvormittag mit einem Handwagen ‹fötzele›», sagt sie. Es gebe einen befristeten Arbeitsvertrag, bezahlt werde im Stundenlohn. «Wir haben ein Budget von 5000 Franken, das wir in die laufende Rechnung aufnehmen werden.» Im Herbst zieht der Gemeinderat Bilanz und entscheidet, ob und wie das Projekt weitergeführt werden soll. Grössere Gemeinden wie Bremgarten und Fislisbach würden bereits seit Jahren erfolgreich solche Projekte betreiben. Übrigens: In der Gemeinde Stetten patrouilliert auch ein privater Sicherheitsdienst. «Die Repol kann nicht immer überall sein», erklärt Fischer.

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